Salzburg

Paukenschlag: Mateschitz stellt ServusTV ein

Der Sender ist wirtschaftlich nicht mehr tragbar, erklärt das Unternehmen.

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz wirft das Fernseh-Handtuch. "ServusTV gibt den Betrieb auf", hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Unternehmens. Details blieben vorerst unklar, denn zugleich wurde angekündigt: "Der Sendebetrieb wird bis auf weiteres uneingeschränkt weiter laufen." Der Sender sei "wirtschaftlich untragbar geworden", so die Begründung für den drastischen Schritt.

Dreistelliger Millionenbetrag investiert
Obwohl man seit dem Start 2009 Jahr für Jahr einen nahezu dreistelligen Millionenbetrag in Servus TV investiert habe, "lässt sich sieben Jahre nach Einführung die aktuelle Markt- und Wettbewerbssituation keine wirklich positive Entwicklung erwarten. (...) Wir haben uns der Sorgfaltspflicht eines ordentlichen Geschäftsmannes entsprechend entschlossen, den Betrieb von Servus TV einzustellen." Dem Vernehmen nach soll der Sender jährlich nur rund 15 Millionen Euro Umsatz gemacht haben.

Die "Veränderungen am globalen Medienmarkt bestärken uns in dieser Entscheidung, weil digitale Angebote die klassischen, linearen Programme verdrängen". Das Magazin "Servus in Stadt und Land" sei von dieser Maßnahme nicht betroffen.

Erst vor kurzem hatte sich Servus TV von Sender-Chef Martin Blank getrennt. Auch das globale Fernseh-Projekt "Red Bull TV" wurde laut Insidern auf Eis gelegt.

Senderbetrieb nur mehr bis Juni
Wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Online-Ausgabe nun berichten, soll der Sendebetrieb mit Ende Juni eingestellt werden. Die 246 Mitarbeiter wurden bereits gekündigt und deren Meldung dem AMS übermittelt.

"Wir können den 30. Juni nicht bestätigen", hieß es dazu allerdings im Unternehmen.

Minister Ostermayer betroffen
Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) hat die bevorstehende Schließung von ServusTV als "schmerzhaft" bezeichnet. Er sei "betroffen" ob dieser "Schwächung des dualen Rundfunksystems", erklärte er am Dienstag in einer Aussendung. Der Grüne Mediensprecher Dieter Brosz forderte eine Diskussion über die Förderung von öffentlich-rechtlichem Content.

Ostermayer zeigte sich bestürzt: "Servus TV hat sich in den letzten Jahren am heimischen Fernsehmarkt etabliert und die Medienlandschaft in Österreich mit seinen vielfältigen Sendeformaten bereichert." Die Einstellung schwäche den dualen Markt und koste viele Mitarbeiter den Job, die "mit viel Engagement und Einsatz der Arbeit für ihren Sender nachgegangen sind". Zugleich verwies der Minister auf bestehende "Maßnahmen wie die Privatrundfunk-Förderung", mit der man die Sender zu stärken suche