Raiffeisen Capital erwartet massiven Geldzufluss in Fonds

Die Fondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management erwartet für 2010 wieder starke Geldzuflüsse in Investmentfonds. "Vor 1 Jahr war die Performance noch eher schlecht und es gab deutliche Abflüsse - das konnte heuer im 1. Quartal gestoppt werden, 2010 rechnen wir mit einem großen Zustrom", so RCM-Chef Mathias Bauer.

Die Märkte seien auch nach wie vor mit Risiken behaftet. Die grundsätzliche zyklische Erholung sei zwar positiv, doch das Korrekturrisiko steige und könne durchaus auch 10-15 % ausmachen. 2010 könnten Insolvenzen und Kreditausfälle zusehendes belasten.

Die Dynamik der Konjunkturerholung werde sich jedenfalls verflachen, glauben die RCM-Experten. Die von den Nationalbanken in die Märkte gepumpte Liquidität übertünche zum Teil nur die noch nicht gelösten Probleme. Zinserhöhung drohe vorläufig keine - damit sei frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Über alldem schwebt die Sorge um eine steigende Inflation.

Die Krise hatte die Fondsbranche schwer erschüttert, doch heuer hat sich das Bild im Laufe des Jahres vielfach vollkommen gedreht. Die europäischen Fonds verzeichneten in den ersten 3 Quartalen eine Nettomittelzufluss von mehr als 120 Mrd. Euro.

Der heimische Markt sei aber "noch nicht so schnell gewachsen" - bis Ende November stieg das Volumen um knapp 8 % auf 135,7 Mrd. Euro. Österreichs größter Vermögensverwalter, Raiffeisen Capital Management, verbuchte in den ersten 11 Monaten einen Zuwachs um knapp 1,5 % oder 400 Mio. Euro auf 26,7 Mrd. Euro.

Bis zum Jahreswechsel sei ein weiterer, leichter Anstieg zu erwarten. Der Tiefpunkt war Ende März mit einem Volumen von 24,3 Mrd. Euro erreicht worden. 2010, im 25. Jahr des Unternehmensbestehens, rechnet RCM mit einem Anstieg des verwalteten Fondsvolumens um rund 10 % auf Basis der Novemberzahlen. "Weltweit sitzen die Anleger auf sehr viel Cash."

Im Privatkundengeschäft seien die Abflüsse gestoppt und wieder erste Nettozuflüsse verzeichnet worden. Das Volumen der RCM-Publikumsfonds erhöhte sich heuer in den ersten 11 Monaten um etwas mehr als 1 Mrd. Euro oder 10,5 % auf 11,1 Mrd. Euro. Das verwaltete Volumen der institutionellen Kunden verringerte sich im Berichtszeitraum allerdings um 0,7 Mrd. Euro oder 4,3 % - die Abflüsse konnten also noch nicht ganz wettgemacht werden. Seit dem Tiefpunkt im März habe sich das Volumen aber wieder um 1 Mrd. Euro oder 6,8 % auf 15,6 Mrd. Euro erholt.

Die Privatanleger agierten nach wie vor relativ zurückhaltend, doch insgesamt steige der Risikoappetit allmählich wieder. "Das Thema Sicherheit hat nach wie vor eine hohe Einschätzung, aber die Risikoaversion geht zurück", so Bauer.