Antonis Samaras

Griechenland

Samaras: Euro-Austritt wäre "Katastrophe"

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Ministerpräsident will mehr Zeit für Reformen und fordert Solidarität.

Wenige Tage vor seinen geplanten Besuchen in Berlin und Paris hat der griechische Regierungschef Antonis Samaras mehr Zeit zur Umsetzung der von den internationalen Geldgebern des Landes verlangten Reformen gefordert. Was Griechenland wolle, sei "ein wenig Luft zum Atmen, um die Wirtschaft rasch in Gang zu bringen und die Staatseinnahmen zu erhöhen", sagte Samaras der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. Athen fordere "kein zusätzliches Geld" und stehe zu seinen "Verpflichtungen und zur Erfüllung aller Vorgaben". "Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch mehr Geld", sagte der konservative Politiker.

Samaras forderte die EU-Partner zugleich zu mehr Solidarität auf. Er beklagte eine "Negativpsychologie, die wie ein tiefes schwarzes Loch ist". "Wir kommen bei Strukturreformen und Privatisierungen voran, und es ist nicht fair, wenn uns manche in Europa immer wieder in dieses Loch zurückstoßen wollen", sagte Samaras der Zeitung.

Rückkehr zur Drachme "Katastrophe"
Ein mögliches Ausscheiden Athens aus dem Euro und eine Rückkehr zur Drachme nannte er "eine Katastrophe", der ein "wirtschaftlicher Kollaps, soziale Unruhen und eine nie dagewesene Krise der Demokratie" folgen würden. "Am Ende wäre es wie in der Weimarer Republik", warnte Samaras mit Blick auf den Aufstieg der Nationalsozialisten in der Zwischenkriegszeit. Nach seinen Worten ist nach einem Euro-Ende mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 40 Prozent zu rechnen, mit fünf weiteren Rezessionsjahren und einem drastischen Rückgang des Lebensstandards. "Welche Gesellschaft, welche Demokratie könnte das überleben", fragte er.

Der konservative Regierungschef will am Freitag in Berlin mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und am Samstag in Paris mit Präsident Francois Hollande zusammenkommen. Bereits am Mittwoch will der luxemburgische Ministerpräsident und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker in Athen mit Samaras sprechen. Vertreter der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds prüfen derzeit die griechischen Sparanstrengungen. Ihr Bericht soll im September vorliegen. Von ihm hängt ab, ob das hoch verschuldete Land weitere Finanzspritzen erhält, um einer Staatspleite zu entgehen.

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