Scheich Al Jaber schlägt zurück

Jetzt klagt er

Scheich Al Jaber schlägt zurück

Der Austro-Scheich ist wütend, weil er sich von Banken schlecht behandelt fühlt.

Nach Monaten der Negativ-Schlagzeilen wegen nicht eingehaltener Zahlungsversprechen hat Investor Mohamed Al Jaber nun an diversen Fronten reinen Tisch gemacht und seine Schulden beglichen. Der Austro-Scheich hat u. a. die noch offenen 340.000 Euro Sponsorgeld an die Wirtschaftskammer überwiesen, bei der Skifirma Kneissl 1,98 Mio. Euro eingezahlt, Kreditforderungen bei der Eurohypo beglichen. Flüssig ist Al Jaber wieder, weil im Dezember sein Rechtsstreit mit der Londoner Standard Bank, die sein Vermögen eingefroren hatte, beigelegt wurde.

Klage auf Einhaltung der Kreditzusage für Hotelbau
Nun sprudeln die Al-Jaber-Millionen wieder und er stellt sein Firmenimperium neu auf. So hat er die Hotelgruppe Scotsman (zwischenzeitlich pleite) zurückgekauft. Auch in Österreich will er verlorene Projekte wieder forcieren. Um 2,65 Mio. Euro hat er von der Immo-Gruppe Magnat deren 18,9 %an der Palais Schwarzenberg Betriebs GmbH zurückgekauft, an der er nun 84 %hält.

In Bezug auf das Hotel Schwarzenberg macht der Scheich jetzt Druck. In den nächsten Tagen reicht er eine Klage gegen die Immoconsult ein. Die Volksbank-Tochter, die einen 60-Jahre-Pachtvertrag für das Haus mit der Schwarzenberg-Stiftung hat, hatte 2007 einen Vertrag mit Al Jaber für Errichtung und Betrieb eines 5-Sterne-Hotels geschlossen - diesen aber im Vorjahr gekündigt. Zuvor hatte die Immoconsult vom Scheich 20 Mio. Euro Eigenkapitalzuschuss verlangt, weil das Projektbudget nicht reiche. Das beruhe auf falschen Berechnungen, heißt es im Umfeld Al Jabers. Der Scheich klagt die Immoconsult nun auf Einhaltung der ursprünglichen Kreditzusage in Höhe von 59 Mio. Euro. Er will das Hotel bauen, hat bereits rund 14 Mio. Euro in die Planung investiert. Eine Baugenehmigung liegt vor.

Scheich stinksauer über Art des Umgangs mit ihm

Auch mit einer Klage gegen die Bank Austria (BA) hat Al Jaber seine Anwälte beauftragt. Es geht um Kredit-und Rufschädigung sowie Verletzung des Bankgeheimnisses. Der Scheich sei "fuchsteufelswild", berichten Vertraute, weil die BA im Zuge zeitweiser Probleme mit Finanzierungen für Al Jabers Ringstraßen-Hotels Details an die Öffentlichkeit gab. Es sei ihm noch nie passiert, dass eine Bank so mit ihm umgehe, tobe der Scheich.