Staudinger mit 5 Mio. Umsatz und ohne Pferd

Holzofen-Fleischerei

Staudinger mit 5 Mio. Umsatz und ohne Pferd

Umsatzplus von zehn Prozent 2012 erreicht und für heuer wieder angestrebt.

Der Leberkäse- und Wurstwarenhersteller Staudinger mit Sitz in Nußbach (Bezirk Kirchdorf) hat 2012 rund 5 Mio. Euro umgesetzt. Gegenüber 2011 war das ein Plus von 10 Prozent, für heuer wird ein ähnliches Wachstum angepeilt. Der Pferdefleischskandal habe ihm dank seiner Überzeugung, das Fleisch selbst zu zerteilen, keine schlaflosen Nächte beschert, so Firmenchef Hans Staudinger in eine Pressekonferenz am Dienstag in Linz.

Er verwende nur Ware aus Österreich und verarbeite ausschließlich Schweine- und Rinderhälften bzw. große Fleischteile, versicherte Staudinger. Das sei zwar nicht immer zur Freude seines Controllers, habe sich aber im Zuge des Pferdefleischskandals bewährt. "Ich kann ein halbes Schwein von einem halben Pferd unterscheiden", so der Firmenchef augenzwinkernd. Andere, die im guten Glauben verarbeitete Ware eingekauft haben, hätten sicher schlechter geschlafen.

Der Betrieb, der 30 Mitarbeiter beschäftigt, produziert seit zehn Jahren seine 3 Wurst- und 5 Leberkäsesorten ausschließlich in einem Holzofen, der vom Unternehmen mithilfe "vieler Daniel Düsentriebs" entwickelt wurde. Das Verfahren bewirke eine charakteristischen Geschmack und einen geringen Fettgehalt von 20 oder 21 Prozent, so Staudinger. Seine Ware ist sowohl in den großen Supermarktketten gelistet, als auch im Feinkosthandel. Seit Mitte 2011 ist der Holzofenleberkäse aus Oberösterreich im KaDeWe in Berlin erhältlich. Der Export macht derzeit rund 5 Prozent aus und geht hauptsächlich nach Deutschland. Wachsen will Staudinger schon noch weiter, aber langsam. "Wir setzen auf die Nische."

Seit zwei Jahren bietet das Unternehmen auch aufgeschnittene und verpackte Ware an, ein Trend, der auf Druck des Handels immer stärker werde, so Marketingleiterin Doris Staudinger. Mittlerweile verlassen rund 1.000 Kilo pro Woche aufgeschnitten die Produktion und sind somit nur ein kleiner Teil der rund 1.000 Tonnen Jahreserzeugung, die Tendenz ist allerdings steigend.