Wiener Börse will internationale Aufmerksamkeit

Wiener Börse

ATX schließt etwas erholt

Der ATX legte um 0,36 Prozent zu.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei schwachem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 9,96 Punkte oder 0,36 Prozent auf 2.793,38 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zwölf Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.805 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -1,13 Prozent, DAX/Frankfurt +0,17 Prozent, FTSE/London +0,48 Prozent und CAC-40/Paris +0,69 Prozent.

In einem freundlichen europäischen Umfeld zeigte sich der ATX nach den Kursverlusten des Vortages wieder etwas erholt. Marktteilnehmer berichteten von einem ruhigen Handel. Die Nachrichtenlage blieb den gesamten Handelstag über eher dünn. Der Blick der Anleger wandte sich daher hauptsächlich den Ereignissen des vergangenen Handelstages zu.

Am Montag hatte die Ratingagentur Standard & Poor's den Ausblick für das US-Rating von "stabil" auf "negativ" gesenkt und den Märkten damit einen Schock versetzt. Darüber hinaus hatten Gerüchte über eine mögliche Umschuldung Griechenlands die Stimmung gedrückt. Vor allem die Banken- und Versicherungswerte hatten europaweit unter diesen Nachrichten gelitten.

Am heutigen Handelstag zeigte sich jedoch sowohl der Banken- als auch der Versicherungssektor im europäischen Branchenvergleich wieder knapp im Plus. Die heimischen Kreditinstitute tendierten ohne einheitliche Richtung. Während Erste Group den Handel mit minus 0,35 Prozent auf 34,38 Euro beendeten, tendierten Raiffeisen um 0,14 Prozent höher bei 37,00 Euro. Die beiden Versicherer entzogen sich jedoch dem internationalen Branchentrend. Vienna Insurance Group verloren 0,99 Prozent auf 39,11 Euro, UNIQA verloren 0,53 Prozent auf 15,03 Euro. Am Montag waren beide Unternehmen mit einem deutlichen Abschlag von über drei Prozent aus dem Handel gegangen.

Positiv beeinflusst hatten den ATX hingegen voestalpine und Intercell. Die Anteilsscheine des Stahlkonzerns verteuerten sich um 1,67 Prozent auf 32,30 Euro, das Pharmaunternehmen Intercell schloss mit einem Zuschlag von 1,62 Prozent auf 6,20 Euro. Die europäische Pharmabranche zeigte sich bis Handelsschluss mit etwas festerer Tendenz. In der Früh brachte der Schweizer Branchenkollege Novartis Quartalsergebnisse, welche beim Gewinn die Markterwartungen übertrafen. Der Pharmakonzern bekräftigte außerdem seine Jahresprognose und rechnet 2011 mit einem Umsatzanstieg im zweistelligen Bereich.

Größter Verlierer des Handelstages waren Semperit-Titel. Der ex-Dividende Tag des Unternehmens bescherte den Aktien ein Minus von 3,44 Prozent auf 37,85 Euro. Bei der Hauptversammlung für 2010 hat die Semperit AG eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorgeschlagen.