Meist Überstunden- und Urlaubsabbau statt Jobabbau

Gewerbe: Stimmung mies, Job-Lage stabil

Die Stimmung in Gewerbe- und Handwerks-Betrieben hat sich weiter verschlechtert, so die KMU Forschung Austria.

Laut der Konjunkurerhebung wird die Geschäftslage im dritten Quartal 2009 insgesamt deutlich schlechter beurteilt als im Vorjahresquartal. Die weitere Entwicklung hängt von der Konjunktur ab: Falls die Talsohle erreicht sei, hoffe das Gewerbe auf eine Verbesserung im Jahr 2010, sagt der Obmann der Wirtschaftskammern-Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Georg Toifl.

Falls allerdings die Wirtschaft weiter in der Rezession bleibe, kündige sich ein Abbau von Beschäftigten auch in Handwerk und Gewerbe an, erläuterte Toifl. Bisher sei die Job-Situation im Gewerbe im Gegensatz zur Industrie "stabil", mit Jahresende wird sogar ein geringer Zuwachs um 3.000 Beschäftigte erwartet.

KMU würden eher mit Überstunden- und Urlaubsabbau auf eine schwächere Auftragslage reagieren als mit Jobabbau. Es gelte, die qualifizierten Fachkräfte im Betrieb zu halten. In Kurzarbeit seien nur etwa 2.500 bis 3.000 Arbeitnehmer.

Insgesamt vertritt die Bundessparte Gewerbe und Handwerk 90.000 Betriebe mit rund 600.000 Beschäftigten, die mitarbeitenden Eigentümer eingerechnet also rund 690.000 Personen.

Die beiden Konjunkturpakete seien offenbar bei den kleinen Handwerks- und Gewerbebetrieben nicht angekommen, monierte Toifl. Für neue Impulse fordert die WKÖ einen Handwerkerbonus nach deutschem Vorbild: Bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro sollten 20 % der Arbeitskosten absetzbar sein, maximal also 1.200 Euro.

Handwerkerrechnungen sollten für alle Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten im Haushalt von der Steuerlast abgezogen werden können. Damit könnte auch die Schwarzarbeit bekämpft werden.