HeidelDruck schaut sich in Asien um

Heidelberger Druck streicht in Deutschland jeden 8. Job

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Beim deutschen Druckmaschinenbauer verliert in den nächsten 6 Monaten jeder achte Mitarbeiter in Deutschland seinen Arbeitsplatz.

Vorstand und Betriebsrat einigten sich auf einen Sozialplan für 1.300 Mitarbeiter in den Werken Heidelberg, Walldorf/Wiesloch, Amstetten, Brandenburg, Ludwigsburg und Mönchengladbach, wie das Unternehmen mitteilte. Weitere 200 Beschäftigte hätten Aufhebungsverträge geschlossen. Seit Jahresbeginn hat Heidelberger Druck nach einem Einbruch der Aufträge um die Hälfte bereits 2.500 Stellen abgebaut, Ende Juni fanden dort in Deutschland noch gut 12.500 Menschen Arbeit.

Weitere 1.000 Arbeitsplätze seien durch den Verzicht auf Lohnbestandteile und flexible Arbeitszeitmodelle gerettet worden. Auch der Vorstand und die Führungskräfte verzichteten auf Gehalt. So spart das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende März) insgesamt 250 Mio. Euro an Personalkosten. Dennoch rechnet es heuer wieder mit sinkenden Umsätzen und tiefroten Zahlen. Die weitere Finanzierung war im Frühsommer nur durch staatliche Garantien und Kredite gesichert worden.

Die 179 Mio. Euro, die der Stellenabbau kostet, hatte Heidelberger Druck bereits 2008 zurückgestellt. Die entlassenen Mitarbeiter könnten für 12 Monate in eine Transfergesellschaft wechseln. Insgesamt sollen die Kosten bis zum Geschäftsjahr 2010/11 um 400 Mio. Euro sinken.

"Dieser schmerzhafte Einschnitt ist unerlässlich, um den Auswirkungen der schwersten Branchenkrise entgegenzuwirken und eine stabile Ausgangsposition für die Zukunft des Unternehmens zu schaffen", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier. Er hatte wegen der Krise in der Druck- und Werbebranche bereits in den vergangenen Jahren Tausende Stellen abgebaut. Weltweit arbeiten für Heidelberger Druck 18.300 Menschen.

Mit dem jetzt beschlossenen Maßnahmenpaket ist das Ende der Fahnenstange für die Beschäftigten möglicherweise noch nicht erreicht. Denn Kreisen zufolge loten der Branchenführer und die weltweite Nummer zwei, Manroland, derzeit die Chancen für eine Fusion aus. Dabei könnten einem Bericht zufolge noch einmal 2.500 Arbeitsplätze bei beiden Unternehmen wegfallen. Bei Manroland arbeiten 8.650 Menschen, von denen 625 in diesem Jahr gehen sollten. Treibende Kraft hinter den Bestrebungen ist die Allianz, die an beiden Unternehmen beteiligt ist.

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