Japans Wirtschaft wächst schwächer als gedacht

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Trotz Rückenwinds vom billigen Yen kommt die japanische Wirtschaft nicht richtig auf Touren. Von Oktober bis Dezember wuchs das Bruttoinlandsprodukt wie schon im Vorquartal um 0,3 Prozent, wie die Regierung in Tokio am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet.

Damit wuchs die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Welt aber immer noch das vierte Quartal in Folge. Eine so lange positive Serie gab es seit über drei Jahren nicht mehr.

Als Bremse erwiesen sich ausgerechnet die Exporte, obwohl der Kursrutsch der heimischen Währung die Waren im Ausland viel billiger macht. Da die Importe schneller zulegten, verhinderte der Außenhandel ein höheres Wachstum. Dagegen investierten die Unternehmen 1,3 Prozent mehr - das war der kräftigste Anstieg seit zwei Jahren. Die privaten Konsumausgaben, die etwa 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, stiegen mit 0,5 Prozent bereits das fünfte Quartal in Folge. Viele Verbraucher zogen Anschaffungen vor, da die für April geplante Anhebung der Umsatzsteuer von fünf auf acht Prozent viele Waren und Dienstleistungen teurer machen dürfte.

"Mich sorgt weniger die Binnennachfrage, denn vor der geplanten Erhöhung der Umsatzsteuer dürfte sie weiter anziehen", sagte Ökonom Taro Saito vom NLI-Forschungsinstitut. "Viel mehr Anlass zur Sorge liefern die gedämpften Exporte, obwohl der schwache Yen die Nachfrage doch ankurbeln sollte."

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