Juncker lässt sich bei Boni nicht von USA bremsen

Die EU muss nach Auffassung von Eurogruppen-Chef Juncker bei der Begrenzung von Bonus-Zahlungen für Bankmanager notfalls alleine vorangehen. Er glaube zwar an einen Erfolg des G-20-Gipfels in Pittsburgh, sagte der luxemburgische Ministerpräsident. Keiner der Teilnehmer könne sich ein Scheitern erlauben. US-Präsident Obama Obama ist aber prinzipiell gegen eine Obergrenze für Manager-Boni.

Sollten die USA beim Thema der Boni wirklich nicht mitziehen, dürfe dies die Europäer aber nicht aufhalten. "Dann braucht es hier einen europäischen Alleingang, der so viel an Dynamik dann mit der Zeit entwickeln wird, dass die Amerikaner sich solidarischem, international koordiniertem Vorgehen nicht verschließen können", so Juncker.

Vom am Abend beginnenden Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs zur Vorbereitung des G-20-Gipfels erwarte er Fortschritte auch bei der Begrenzung der Größe von Banken, sagte Juncker. Unter den EU-Regierungen wachse die Erkenntnis, dass man Banken nicht einfach so weit wachsen lassen könne, dass sie im Fall von Schwierigkeiten Staaten erpressen könnten. Dies könne etwa über höhere Eigenkapitalanforderungen bei wachsender Größe der Bank geschehen: "Das ist ein Weg, der wird ohne jeden Zweifel beschritten werden."

Bewegung unter den EU-Staaten gebe es auch in der Frage der Einführung von Malus-Regeln für die Gehälter von Bankmanagern. Viele am europäischen Tisch seien der Auffassung, dass es ein Bonus-System ohne ein paralleles Malus-System nicht geben könne. Dazu müssten Bonus-Regelungen an der langfristigen Geschäftsentwicklung der jeweiligen Bank ausgerichtet werden: "Wenn das schiefgeht, müssen auch die Zahlungen an die Bankmanager zurückgedreht werden können", sagte Juncker.