Kärntner Hypo: Anklage gegen Ex-Vorstände

Vorzugsaktien

Kärntner Hypo: Anklage gegen Ex-Vorstände

Die Schadenssummen erreichen bis zu acht Millionen Euro.

Vier ehemalige Vorstände der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank werden sich wegen eines Deals mit Vorzugsaktien der Hypo Leasing aus dem Jahr 2006 vor Gericht verantworten müssen. Wie die Staatsanwaltschaft Klagenfurt am Donnerstag bekanntgab, wurde Anklage wegen Untreue erhoben, die Schadenssummen reichen bei den einzelnen Angeklagten von knapp 900.000 bis acht Mio. Euro. Drei Angeklagte werden auch noch wegen Bilanzfälschung angeklagt.

Die Namen der Beklagten gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Der Grund dafür ist laut ihrem Sprecher Helmut Jamnig, dass die 193 Seiten umfassende Anklage den Betroffenen noch nicht zugestellt ist. Danach haben die Anwälte zudem noch die Möglichkeit, die Anklage zu beeinspruchen.

Grigg tritt als GraWe-Vorstand zurück
Die Anklagen haben gleich einen ersten Rücktritt nach sich gezogen. Siegfried Grigg, Vorstand der Grazer Wechselseitigen (GraWe), legt dort sein Vorstandsamt mit Jahresende zurück - also in drei Wochen. Das kündigte Wechselseitige-Generaldirektor Othmar Ederer am Donnerstagnachmittag nach Bekanntwerden der Anklageerhebung an.

Grigg war als früherer Vorstandsvorsitzender der Hypo-Alpe-Adria-Bank Wolfgang Kulterer nachgefolgt. Er ist nun einer der vier Angeklagten in der Causa rund um einen Vorzugsaktiendeal der mittlerweile notverstaatlichten Bank anno 2006.

Auch Flickstiftung unter Angeklagten
Auch die Flick-Privatstiftung hat eine Anklage zu erwarten. Sie erklärte in einer Aussendung, sie sei von der Staatsanwaltschaft darüber vorinformiert worden, die Anklageschrift sei aber noch nicht zugestellt worden.

Ein Blick ins Archiv legt auch den Schluss nahe, dass Wolfgang Kulterer davon betroffen sein dürfte, Kulterer war bis zum Sommer 2006 Vorstandsvorsitzender, er wurde wegen der vertuschten Swap-Verluste dann von Grigg abgelöst.