Das oberösterreichische Start-up Lica entwickelt eine Web-App, die die häusliche Pflege strukturieren und alle Beteiligten digital zusammenführen soll.
Pflege und Betreuung finden überwiegend im privaten Umfeld statt. Digitale Unterstützung ist dabei die Ausnahme. Angehörige, mobile Pflegedienste, 24-Stunden-Betreuungskräfte, Ärzte und Apotheken arbeiten in der häuslichen Pflege häufig nebeneinander statt miteinander. Informationen werden mehrfach erfasst oder gehen verloren, Zuständigkeiten bleiben unklar. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Lica Life Care GmbH an. Das 2020 gegründete Unternehmen arbeitet mit einem kleinen Kernteam und setzt auf einen bewusst sparsamen Wachstumskurs – mit dem Anspruch, gesellschaftlich relevante Digitalisierung nachhaltig voranzutreiben.
Michael Schiemer, Geschäftsführer von LICA Life Care GmbH
Ein gemeinsamer Datensatz
für alle Beteiligten
Pflege digital. Mit einer webbasierten Anwendung will das Unternehmen aus Oberösterreich alle Beteiligten rund um eine betreute Person digital vernetzen und den Pflegealltag strukturieren. Aus den dokumentierten Tätigkeiten berechnet die Anwendung automatisch den Pflegeaufwand. Dieser orientiert sich an den geltenden Pflegestufen und wird laufend aktualisiert. Die digitale Erfassung soll damit nicht nur den Alltag erleichtern, sondern auch die Einschätzung von Pflegeleistungen transparenter machen. Auch Wund- oder Ereignisdokumentationen inklusive Fotofunktion können in denselben Prozess integriert werden.
Drei Produktlinien - für jeden Bedarf die passende App
Die Plattform ist modular aufgebaut. „Lica Home“ richtet sich an pflegende Angehörige und bietet eine kostenlose, strukturierte Erfassung des Pflegealltags samt Verlaufsübersichten und Tipps. „Lica Pro“ erweitert den Funktionsumfang um Aufgabenpläne, Pflegegeldberechnung und die Vernetzung mehrerer Betreuungspersonen und kostet 14,99 Euro pro Monat. Für mobile Pflegedienste und Agenturen wurde mit „Lica Agentur“ eine eigene Lösung entwickelt, die unter anderem Klienten-, Personal- und Dienstplanverwaltung ermöglicht.
Europäisch gedacht - mehrsprachigEin zentrales Merkmal der Anwendung ist ihre Mehrsprachigkeit. Die Plattform kann in bis zu 22 Sprachen genutzt werden, was insbesondere für die 24-Stunden-Betreuung relevant ist. Dokumentationen können in der jeweiligen Sprache erfolgen und werden automatisch übersetzt.Ursprünglich als Forschungsprojekt mit Unterstützung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gestartet, wird Lica nun kommerziell vermarktet und sieht sich auch für den europäischen Markt gut aufgestellt.