Budget leidet

Pfusch-Alarm: Schwarzarbeit steigt heuer nochmals stark

Das Budget leidet, die Schwarzarbeit nimmt zu. Die öffentliche Hand verliert dadurch rund 3 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Im heurigen Jahr wird die Schattenwirtschaft in Österreich noch einmal zulegen, erwartet Friedrich Schneider von der Kepler Universität Linz. Er rechnet mit einem Plus beim Pfusch von 4,5 Prozent gegenüber 2025. Auslöser seien die schwache Konjunktur und die geplanten Budgetkonsolidierungs-Maßnahmen. Im Vorjahr lag der Zuwachs bei 4,8 Prozent. Innerhalb der EU seien heuer voraussichtlich Luxemburg und Österreich die beiden Länder mit der geringsten Schattenwirtschaft.

Die nominelle Schattenwirtschaft betrug demnach im Vorjahr 40,080 Mrd. Euro oder 7,8 Prozent des BIP. Dies ist ein Plus um 1,850 Mrd. Euro. Für heuer erwartet Schneider einen Zuwachs von 650 Mio. Euro. "Dieser Anstieg wird aber wegen der Abschaffung der kalten Progression um 2/3 um 0,850 Milliarden Euro abgeschwächt. Allerdings erhöhen die Budgetsparmaßnahmen von mindestens 7 Milliarden Euro die Neigung zu Pfuschen, sodass die Einkommensverluste davon zumindest zum Teil durch 'schwarzes' Einkommen kompensiert werden", erwartet der Ökonom.

Bausektor führend

Damit ist bei Berücksichtigung ein zusätzlicher Anstieg der Schattenwirtschaft von 1,88 Mrd. Euro zu erwarten. "In 2026 wird die Schattenwirtschaft (der Pfusch) somit insgesamt 41,960 Milliarden Euro oder 7,91 Prozent des offiziellen BIP betragen. Dies ist ein Anstieg um 1,880 Milliarden oder ein Zuwachs von circa 4,5 Prozent gegenüber 2025", rechnet Schneider vor.

Der Sektor Baugewerbe und Handwerksbetriebe (inkl. Reparatur) hat den größten Anteil an der Schattenwirtschaft mit ca. 39 Prozent. Im Jahr 2026 werden in Österreich in diesem Bereich der Schattenwirtschaft 16.364 Mio. Euro umgesetzt, es folgen die sonstigen Gewerbebetriebe und haushaltsnahen Dienstleistungen mit 17 Prozent Anteil.

Pfusch-Einkünfte großteils reinvestiert

"Nach meinen Schätzungen entgehen der öffentlichen Hand Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsausfälle in Höhe von circa 2 bis 3,5 Milliarden Euro pro Jahr. Etwas abgemildert werden die Steuerverluste, da das im Pfusch verdiente Geld im Durchschnitt zu 80 Prozent sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben wird", erklärte Schneider zu den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Pfusch. Weitere Verlierer seien die Unfall- und Krankenversicherungen, die die erhöhten Kosten der zusätzlichen Unfälle bzw. Arbeitsunfähigkeit der Pfuscher zu tragen hätten.

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