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Magnas Fünf-Milliarden-Euro-Deal

Für Frank Stronachs Magna-Konzern ist der Opel-Deal eine enorme Herausforderung – auch in finanzieller Hinsicht. Der bisher auf das Zuliefergeschäft spezialisierte Konzern leidet wie die gesamte Branche unter rückläufigen Absatzzahlen der Autohersteller. Aber mit Opel hat sich Magna einen besonders innovativen Autobauer gesichert.

Beim Umsatz gab es zuletzt massive Einbrüche, Magna rutschte in die roten Zahlen. Aber: Der Konzern verfügt über ausreichend Cash-Reserven und Bank-Linien.

Für Magna wird es daher kein Problem sein, das zugesagte Eigenkapital von 350 bis 500 Mio. Euro in den Opel-Konzern einzuschießen. Zumal das Unternehmen (im Rahmen eines von der österreichischen Regierung aufgelegten 10-Mrd.-Programms) Garantien der Republik in Höhe von 300 Mio. Euro bekommen wird.

Der weitaus größte Brocken sind aber Garantien des deutschen Staates in Höhe von 4,5 Mrd. Euro. 1,5 Mrd. Euro davon wurden von Opel bereits für einen Überbrückungskredit abgerufen. Insgesamt ist Magnas Opel-Deal also 5 Mrd. Euro schwer.

Magna wird, wie der russische Partner Sberbank, 27,5 Prozent an Opel übernehmen, 10 Prozent halten die Opel-Mitarbeiter, der Rest bleibt bei General Motors (siehe Grafik).

NewOpel soll Russland-Markt erobern

Magna hat mit NewOpel Großes vor: Gemeinsam mit dem russischen Partner Sberbank und dem Autobauer GAZ soll der Wachstumsmarkt Russland erschlossen werden. GAZ bietet moderne, aber nicht ausgelastete Produktionsanlagen.

Neue Modelle geplant. Magna plant zusammen mit GAZ mehrere neue Modelle für Russland. Ziel ist ein Marktanteil von 20 Prozent. Laut Magna-Businessplan für Opel sollen nächstes Jahr insgesamt 1,25 Mio. Autos gebaut werden, bis 2014 soll die Zahl sogar auf über 1,6 Mio. steigen.

Mit Opel hat sich Magna einen besonders innovativen Autobauer gesichert: Das Unternehmen arbeitet seit Jahren an neuen Technologien. Jüngster Coup ist das Elektrohybrid-Auto Opel Ampera, in 2 Jahren serientauglich.

Der Autobauer NewOpel und der Zulieferer Magna werden getrennt geführt, um Konflikte mit Magna-Kunden zu vermeiden. Stronach: "Wir werden ,Firewalls' einbauen, um die strikte Trennung zwischen unserem Zuliefergeschäft und Opel zu garantieren.“