Der neue ORF

"Darstellung" der ORF-Quoten ärgert Oberhauser

ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser ärgert sich über die "völlig undifferenzierte Darstellung der Quotenentwicklung im ORF" im Zusammenhang mit der Bestellung von Werner Taibon zum Leiter der Programmplanung. Daher sah er sich veranlasst, den Mitarbeitern der ORF-Fernsehinformation per Mail "über die Entwicklung der Zuschauerzahlen bei den Informationssendungen zu informieren".

Demnach hat die ORF-Information heuer im Zeitraum von Jänner bis August im Vergleich zum Vorjahr bei den Marktanteilen zugelegt oder ist zumindest gleichgeblieben. Für Oberhauser ist das ein Zeichen, dass "trotz des extrem schwierigen Umfelds im Bereich der ORF-Fernsehinformation hervorragende Arbeit geleistet wird".

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hatte Taibon in der Vorwoche zum Leiter der Programmplanung ernannt und erwartet sich davon eine Optimierung der Marktanteile, die er zuletzt öffentlich als unerfreulich bezeichnet hatte.

Laut Oberhauser ist etwa die "Zeit im Bild" beim nationalen Marktanteil von 49 auf 50 Prozent gestiegen, in den Kabel- und Satellitenhaushalten lag ihr Marktanteil mit 48 Prozent "exakt auf dem Wert des Vorjahres". Keine Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gibt es auch bei der "Zeit im Bild 2" und der "ZiB 20". Lediglich die "ZiB 24" habe einen Prozentpunkt verloren.

Gestiegen sei hingegen der Marktanteil von "Heute in Österreich" sowie der des "Weltjournals". "Eco" und "Am Schauplatz" haben in der Zuschauergunst ebenfalls gewonnen, geringe Marktanteilsverluste listet Oberhauser bei "Im Zentrum", "Report" und "Menschen und Mächte" auf. Verluste verzeichne auch "Thema", wo Oberhauser allerdings auf den völlig veränderten Vorlauf verweist.

Hier ist am Montag statt der "Millionenshow" nun "Geld, Macht, Liebe" programmiert. Der "Club 2" sei im Vergleich zum Vorjahr bei den nationalen Marktanteilen gleichgeblieben, im KaSat-Bereich haber er einen Prozentpunkt verloren. "Soviel zum Thema Quoten-Entwicklung", so Oberhauser.

Der ORF-Redakteursrat nahm das Mail des Informationsdirektors zum Anlass, noch einmal darauf hinzuweisen, dass diese Quoten-Entwicklung zeige, "wo die Stärken des ORF liegen und wie sehr es jetzt darauf ankommt, dass diese Stärken nicht durch ein nach Willkür- und Zufallskriterien organisiertes 'Sparkonzept' nachhaltig beschädigt werden". Einschränkungen in der Informationsqualität seien "ganz sicher nicht hinnehmbar".