Wrabetz muss für Handshakes mehr zahlen

ORF erwartet Minus von 53,6 Mio. Euro

Auf minus 53,6 Mio. Euro dürfte sich das Jahresergebnis des ORF heuer belaufen. Dass man näher an die ursprünglich geplanten minus 30 Mio. Euro rücken werde, ist kaum möglich. Das teilte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz dem Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrates mit und legte die Eckpunkte des Q3-Berichts vor. Schuld am dickeren Minus sind neben den drastischen Rückgängen bei den Werbeerlösen die Handshakes, die den ORF deutlich mehr kosten als geplant.

Für das Handshake-Programm hatte der Sender im Vorjahr rund 24 Mio. Euro auf die Seite gelegt, diese Summe dürfte um 13 Mio. Euro übertroffen werden. Aufgrund von überplanmäßigen Einsparungen liegt der Personalaufwand aber dennoch nur 6 Mio. über Plan. Deutlich über dem Forecast liegt der Sachaufwand mit 9,6 Mio. Euro. Die Umstellung der Online-Vermarktung, die seit Anfang April von der ORF-Werbetochter Enterprise abgewickelt wird, schlägt sich laut Wrabetz mit rund minus 4,3 Mio. Euro zu Buche.

Weitere Einbußen verzeichnet der ORF durch nicht beeinflussbare Umstände, wie die zusätzliche Gebührenbefreiung von 11.000 Haushalten, was den Sender rund fünf Millionen Euro mehr kostet als gedacht. Weil sie den ORF technisch nicht empfangen können, verweigern seit heuer außerdem 10.000 Haushalte die ORF-Gebührenzahlung - wodurch dem ORF laut Kommunikationschef Pius Strobl knapp 2 Mio. Euro entgehen.

Aufgefangen werden die Einbußen durch den Finanzerfolg, der mit 21,8 Mio. Euro sogar 3,8 Mio. über Plan liegt. Aucher operative Personalaufwand ist kostengünstiger als geplant. Heute sind noch 3.546 Mitarbeiter im öffentlich-rechtlichen Sender beschäftigt, das sind 71 Vollzeitäquivalente weniger als im Finanzplan 2009 vorgesehen. Gegenüber 2008 ist es eine Reduktion um 102 Mitarbeiter. Die ORF-Finanzen lagen im dritten Quartal bei minus 2,2 Mio. Euro.