Woods

Tiger Woods als größtes Medienspektakel seit Obama

Riesenhype, Erleichterung und enorme Vorfreude. Die Comeback-Ankündigung von Golf-Superstar Tiger Woods ist am 16. März das Topthema in den USA gewesen. Fans, Sponsoren, TV-Anstalten, Profis, Turnierdirektoren - alle sehnen die Rückkehr des "Tiger" beim Masters in Augusta herbei.

"Das wird neben der Ernennung von Barack Obama zum US-Präsidenten ein, wenn nicht sogar das größte Medienspektakel der jüngsten Geschichte", prophezeite Sean McManus, Präsident des US-Netzwerksenders CBS Sports and News, der das Turnier in Augusta übertragen wird.

Bei keinem Major-Turnier sind Medien und Zuschauer so ausgewählt wie beim Masters, das Woods bisher viermal gewann. US-Profi Jim Furyk freut sich auf Woods, erwartet aber für seine Kollegen und sich ein Geduldspiel mit den Medien, das härter sein könnte, als ein komplizierter Putt.

"Wir müssen beharrlich sein. Es wird der Moment kommen, an dem jemand am letzten Loch ein Bogey spielt oder einfach nur eine schlechte Runde und die erste Frage an ihn wird zu Tiger Woods sein. Damit müssen wir mindestens einen Monat lang leben. Dann wird das hoffentlich vorbei sein."

Hoffen auf Rekord-Einschaltquoten

Auf den Anfang einer quotenträchtigen Zeit setzen indes die TV-Anstalten, die bei Turnieren ohne Woods bis zu 50 % weniger Einschaltquote haben. "Es werden Leute einschalten, die keine Sportfans sind", meinte der anerkannte amerikanische Golf-Journalist Ian O'Connor. Augusta garantiert seit Jahren die höchsten Zuschauer-Zahlen.

Mit Quoten-König Woods hofft CBS nun sogar die bisherige Bestmarke von 14,1 % Marktanteil aus dem Jahr 1997 zu übertreffen. Damals ging Woods mit 21 Jahren als jüngster Sieger eines Majors in die Geschichte ein - sein Vorsprung von zwölf Schlägen auf seinen zweitplatzierten Landsmann Tom Kite ist immer noch Rekord.

Ein Neuanfang wird es auch für seine Hauptsponsoren. Nike und Eletronic Arts (EA) sind ihm treugeblieben - für beide könnte sich die Loyalität bald auszahlen. "Tigers Comeback wird ein stark fotografierter und gefilmter Auftritt", prophezeite Rick Burton, Marketing-Professor an der Universität Syracuse.

Mit Accenture, Gatorade und AT&T hat der erste Dollar-Milliardär der Sportgeschichte jedoch auch drei wichtige Geldgeber verloren. Und es werde einige Zeit dauern, bevor Woods neue Sponsoren gewinne, prognostizierte John Sweeney, Direktor der Schule für Journalismus und Massenkommunikation an der Universität von North Carolina. "Er ist jetzt ein Soap Opera-Charakter in einer boulevardesken Reality-Show", so Sweeney.