Merck stoppt Arzneientwicklung gegen MS

Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck zieht sich aus der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen die Nervenkrankheit Multiple Sklerose (MS) zurück. Merck habe die Lizenzvereinbarung mit dem japanischen Pharmakonzern Ono Pharmaceutical zu der Substanz Ceralifimod gekündigt, teilte das Darmstädter Unternehmen mit.

Der Wirkstoff erfülle aber nicht die Kriterien für weitere Investitionen,so ein Sprecher. Nähere Angaben machte Merck nicht. Der Wirkstoff befand sich zuletzt in der zweiten Phase der klinischen Entwicklung. Drei solcher Testreihen am Menschen muss jede neue Arznei vor der Zulassung erfolgreich absolvieren, die dritte kostet das meiste Geld.

Merck hatte im Oktober 2011 die Rechte zur Entwicklung und späteren Vermarktung der MS-Substanz außerhalb von Japan, Südkorea und Taiwan von Ono erworben. Im April 2012 wurden Daten aus einer Studie zu Ceralifimod mit 407 Patienten auf einem Neurologen-Kongress in den USA vorgestellt. Danach wurden weniger Hirnschädigungen bei Studienteilnehmern festgestellt, die das Mittel erhalten hatten. Merck hatte daraufhin angekündigt, weitere klinische Daten zu dem Wirkstoff zu ermitteln.

Die MS-Medizin ist eines der Standbeine von Merck in der Pharmasparte. Das MS-Präparat Rebif war 2013 mit einem Umsatz 1,86 Mrd. Euro das Top-Medikament des Konzerns. Inzwischen bekommen zu spritzende Präparate wie Rebif oder Betaferon von Bayer aber kräftig Konkurrenz durch Arzneien, die als Tablette eingenommen werden.

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