Österreichs Kult-Snacks stehen vor einer radikalen Änderung. Wegen neuer EU-Regeln zur Kreislaufwirtschaft müssen Manner und Knabbernossi ihre ikonischen Verpackungen komplett umstellen.
Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR schüttelt die heimische Lebensmittelbranche ordentlich durch. Ab August wird es ernst: Viele Einwegverpackungen aus Plastik werden verboten, um wachsende Müllberge zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Sichtbar wird dies für Kunden ab 2030 werden. Besonders hart trifft es Klassiker wie Knabbernossi. Die aktuelle Hülle aus mehreren Schichten Kunststoff und Aluminium erschwere laut Brüssel das Recyceln und soll deshalb vom Markt verschwinden. Maresi-Chef Andreas Nentwich findet gegenüber dem "Standard" klare Worte zur EU-Vorgabe: "Die EU ruiniert Geschäft und Marken. Müssen wir uns das wirklich gefallen lassen?"
Die EU-Direktive bedroht auch die traditionelle rosa Hülle und den roten Aufreißfaden der Mannerschnitte. Da die Verpackung aus Papier und Aluminium selbst Kultstatus hat, sieht der Präsident des Markenartikelverbands Günter Thumser laut "Standard" eine "Ikone in Gefahr" und klagt, dass die EU mit der neuen Verordnung Wirtschaftsreibende aktiv schädige. Der Wiener Süßwarenhersteller Manner arbeitet bereits an neuen Lösungen, eventuell sogar ohne den berühmten Aufreißfaden.
Haltbarkeit vor dem Aus
Die Umstellung bringt technische Hürden. Neue Materialien könnten die lange Haltbarkeit von Snacks wie Knabbernossi verkürzen. Zudem müssen Fabriken ihre Anlagen – mit entsprechend langer Vorlaufzeit – umrüsten. Auch die Milchwirtschaft kämpft: Klassische Butterfolien aus Alu, Kunststoff und Wachs sind für Brüssel künftig nicht mehr tragbar.