Tankstellenpächter wollen als Partner behandelt werden

Tankstellenpächter wollen mehr Fairness

Der Spritverkauf ist ein lukratives Milliardengeschäft - aber offenbar nicht für die Tankstellenpächter. Sie kritisierten, dass rund 70 Prozent der Pächter mit einer finanziellen Unterdeckung arbeiten, wie Fachverbandsobmann Ferdinand Müller vor Journalisten sagte: "Die Pächter kalkulieren mit Margen im Promillebereich, zudem herrscht in der Branche ein starker Verdrängungswettbewerb."

Von den Mineralölkonzernen fordern die Tankstellen faire Rahmenbedingungen ein. Seit längerer Zeit bemühe man sich um eine Neufassung des "Wohlverhaltenskodex", doch seien die Gespräche mit dem Fachverband Mineralölindustrie ins Stocken geraten. Die aktuelle Situation der Tankstellenpächter zeige eindeutig, wie wichtig die Umsetzung eines Regelwerkes dieser Art jedoch wäre.

Im Schnitt sind die Betreiber 229 Stunden pro Monat an ihren Tankstellen aktiv anwesend, durchschnittlich ist 116 Stunden pro Woche offen, ergaben 378 Interviews, die das Marktforschungsinstitut "bmm" im April durchgeführt hat. Zu 93 Prozent sind Mitarbeiter beschäftigt, bei 45 Prozent arbeiten aber Familienmitglieder mit. 42 Prozent bezeichneten ein zu dichtes Tankstellennetz und den damit verbundenen Konkurrenzdruck als das größte Problem. Von der Politik erwarten sich die Pächter einheitliche Richtlinien für die Preisgestaltung, Steuer- und Lohnnebenkostensenkungen, einen erhöhten Druck auf die Ölkonzerne und verbesserte Wettbewerbsbedingungen.