Einigung bei Celesio über Brasilien-Deal

Die Einigung mit der Muttergesellschaft Haniel über einen Großzukauf in Brasilien hat der Aktie des deutschen Pharmahändlers Celesio am Donnerstag kräftig Auftrieb gegeben. Zeitweise legte das Papier rund fünf Prozent zu und war damit größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

"Zwar muss der Aufsichtsrat über das Vorhaben noch entscheiden, mit der Einigung mit Haniel am Vorabend wird der Schritt aber wahrscheinlicher", sagte ein Händler. Am Mittwoch war die Aktie von Befürchtungen belastet worden, Haniel könnte die geplante Übernahme des brasilianischen Pharmagroßhändlers Panpharma platzen lassen. Celesio hatte den Kauf von zunächst 54 Prozent zu Wochenbeginn angekündigt.

Auch bei Analysten wurde die Einigung zwischen Celesio und der Muttergesellschaft, die 55,8 Prozent an dem Pharmagroßhändler mit Sitz in Stuttgart hält, positiv aufgenommen. Der brasilianische Markt sei liberalisiert, das biete Celesio dort weitere Wachstumschancen, erklärte das Bankhaus Unicredit. "Die Übernahme sollte von Beginn an zum Ergebnis beisteuern." Dem brasilianischen Pharmamarkt wird vom Marktdatenanbieter IMS Health ein jährliches Wachstum von 13 bis 16 Prozent bis 2013 zugetraut. Das ist deutlich mehr als das geschätzte jährliche Wachstum des Weltpharmamarktes von nur bis zu sechs Prozent.

Manche Analysten wiesen allerdings darauf hin, dass Celesio den Kauf über neue Schulden finanziere. Dies habe möglicherweise Bedenken beim Familienkonzern Haniel ausgelöst, merkten sie an. Im Branchenkreisen hatte es am Mittwoch geheißen, die Verstimmungen seien auch dadurch zustande gekommen, dass Celesio bei dem Vorhaben zu schnell vorgeprescht sei.

In einem Telefonat hatten sich Celesio-Chef Fritz Oesterle und Haniel-Chef und Celesio-Aufsichtsratschef Eckhard Cordes am Mittwoch verständigt und ihre Übereinstimmung bei dem Plan erklärt. Zuvor hatte Cordes noch rechtliche und finanzielle Fragen angemeldet. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll nun auf einer Aufsichtsratssitzung über das Vorhaben entschieden werden. Die für Dienstag eigentlich geplante Absegnung des Zukaufs durch das Gremium war nicht zustande gekommen.