Pille danach: Stöger plant Rezeptbefreiung auch ohne Pharma-Antrag

Gesundheitsminister Stöger will die "Pille danach" auch dann rezeptfrei machen, wenn kein Pharmaunternehmen dafür einen Antrag stellt. Genau danach sieht es aus, denn weder Kwizda noch Sanova wollen sich für ihre beiden auf dem österreichischen Markt verfügbaren Produkte mit identem Wirkstoff um Befreiung bemühen, berichtet "Der Standard". Nun will Stöger per Verordnung den Wirkstoff der beiden Medikamente freigeben.

"Ich finde einen Weg, der schnell geht. Wenn ich den Verordnungsentwurf schon hätte, hätte ich ihn schon unterschrieben. Das ist eine reine Abwicklungssache", so Stöger. Den Wirkstoff Levonorgestrel für die Verwendung als Notfallverhütungsmittel freizugeben, dauert allerdings schon wegen der notwendigen Begutachtung länger, als es für einzelne Medikamente per Bescheid der Fall gewesen wäre, so eine Sprecherin Stögers. Eine Umsetzung noch heuer gehe sich jedenfalls nicht mehr aus.

Bei den beiden Levonorgestrel-Präparaten muss die Einnahme innerhalb von drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen. Mit 1. Jänner 2010 kommt jedoch zusätzlich ein Präparat mit anderem Wirkstoff (Ulipristalacetat) auf den Markt, bei dem die Frist 5 Tage beträgt. Dieses will man im Ministerium vorerst nicht ohne ärztliche Verschreibung freigeben. Eine rezeptfreie Abgabe sei bei einem neuen Medikament gar nicht möglich, hieß es im Gesundheitsministerium.