Thomas Cook Deutschland senkt Winterpreise

Nach den Reiseveranstaltern TUI, Alltours und FTI reagiert jetzt auch Thomas Cook Reisen Deutschland mit niedrigeren Preisen für die Wintersaison 2009/10 auf die krisenbedingte Nachfrageflaute. Reisen mit Neckermann wird im Vergleich zum vergangenen Winter um durchschnittlich 5 Prozent preiswerter, Thomas Cook Reisen um 3 Prozent. Das teilten die Marken des zweitgrößten deutschen Reisekonzerns bei der Programmpräsentation in Nürnberg mit. Möglich geworden seien die Senkungen durch geringere Hotel- und Flugkosten und notwendig, weil den Reiseanbietern die Kunden wegbrechen.

Im wichtigsten Markt Großbritannien lagen die Buchungen für den Sommer bei Thomas Cook zuletzt um 12 Prozent unter dem Vorjahr, in Kontinentaleuropa mit dem größten Markt Deutschland um 16 Prozent. Cook hat allerdings vorsorglich schon weniger Flugkapazitäten und Hotelbetten geordert, um nicht auf den Kontingenten sitzen zu bleiben.

Ob die Preise auch in Österreich sinken werden, wollte Thomas Cook Austria heute auf APA-Anfrage nicht kommentieren. Näheres soll erst am 30. Juli bekanntgegeben werden, hieß es auf APA-Anfrage. TUI Österreich hat erst kürzlich bekanntgegeben, die Preise für den Winter um durchschnittlich 5 Prozent zu senken.

Zur wirtschaftlichen Lage von Thomas Cook Deutschland mit seinem Sitz in Oberursel bei Frankfurt sagte der Vorstandsvorsitzende Peter Fankhauser: "Das Geschäft für den laufenden Sommer ist weiterhin erfreulich." Es werde derzeit zwar verstärkt kurzfristig gebucht, an Preiskämpfen mit anderen Anbietern werde sich das Unternehmen aber nicht beteiligen. Marge und Profitabilität hätten weiterhin "höchste Priorität". Eine konkrete Prognose hat das Unternehmen jedoch nicht abgegeben. Von der Londoner Muttergesellschaft hieß es Mitte Mai, der Konzern wolle 2008/09 mehr verdienen als im Vorjahr, als operativ ein Plus von 366 Mio. Pfund (427 Mio. Euro) zu Buche stand.

Die Insolvenz des Mehrheitsgesellschafters Arcandor, der mit 52,8 Prozent an Thomas Cook beteiligt ist, wirke sich aktuell nicht auf das Kundenverhalten aus: Verunsicherung unter den Gästen sei nach der Arcandor-Insolvenz im Juni nur für "ein, zwei Tage spürbar gewesen", erklärte Fankhauser. Er verwies erneut darauf, dass Thomas Cook von dem laufenden Insolvenzverfahren ausdrücklich ausgenommen ist und ein "gesundes und profitables" Unternehmen sei.