Post will in jeder Gemeinde Post-Partner anbieten

Die Österreichische Post will künftig in jeder Gemeinde eine Geschäftsstelle - also ein Postamt, einen Post-Partner oder eine Post-Servicestelle - anbieten. Damit geht die Post über die im Postmarktgesetz festgeschriebenen 1.650 Geschäftsstellen hinaus. Bis zu gut 2.500 Poststellen könnte es in Zukunft geben. Derzeit gibt es 1.552 Geschäftsstellen, davon sind 1.133 noch klassische Postfilialen.

"Das Ziel ist, dass es bald in jeder Gemeinde eine Poststelle gibt, auch in jenen, in denen es bisher kein Postamt gab", so Gemeindebund-Präsident Mödlhammer. Er schränkte aber ein, dass dies noch ein schwieriger Weg wird. Der Ausbau der Poststellen soll laut der teilstaatlichen börsenotierten Post in erster Linie über Postpartner - Lebensmittelhändler, Gemeindeämter, etc. - erfolgen, so Post-Chef Pölzl.

Die verstärkte Umwandlung von Postämtern in Post-Partner trifft nicht nur die Kunden, sondern auch rund 4.500 Postler, die noch in den Filialen arbeiten. Wie viele Ämter nach dem Post-Partner-Konzept 2010 der Post AG übrigbleiben werden, wollte Pölzl bei der Vorstellung des neuen Konzepts nicht konkretisieren. Die kolportierte Zahl von 300 sei auf jeden Fall viel zu gering. Derzeit hat die teilstaatliche börsenotierte Post AG noch 1.133 Filialen.

Ganz werden die Ämter jedenfalls nicht verschwinden, zumindest in den Städten sollen sie erhalten bleiben. Die Post-Servicestellen, die im Gegensatz zu den Post-Partnern nur ein eingeschränktes Angebot haben, sollen verstärkt in Partnermodelle umgewandelt werden. Laut WKÖ-Chef Leitl gibt es österreichweit rund 2.000 Interessenten für eine Post-Partnerschaft, das gesamte Potenzial schätzt er auf 10.000.

Infrastrukturministerin Bures begrüßt die Pläne der Post. Die Postgewerkschaft zeigte sich hingegen erstaunt über den Vorstoß des Managements, noch mehr Ämter einzusparen und dafür das Post-Partnerkonzept massiv auszubauen.