Radiotest wird zum Kriminalfall

Antenne und Ö24 als Geschädigte

Radiotest wird zum Kriminalfall

Ö3 kassierte dank Datenfälschung mehr als 10 Millionen Euro zu viel an Werbegeldern.

Jetzt liegen die ersten Ergebnisse der Radiotestfälschung vor – und sie werden zum Kriminalfall: Allein im Jahr 2015, das bisher detailliert kontrolliert wurde, hat das ORF-Radio Ö3 dank der Datenfälschung mehr als zehn Millionen Euro zu viel an Werbegeldern kassiert. Konkret wurden die Werte von Ö3 durch das Umfrageinstitut GfK um dramatische zehn Prozent besser dargestellt, als sie in Wahrheit waren.

Brutal nach unten korrigiert. Gleichzeitig wurden die Werte der Privatradios mittels einer eigenen Software nach unten manipuliert. Es gibt drei Opfer: Antenne Vorarlberg wurde um mehr als 50 Prozent nach unten korrigiert, das neue Wiener Erfolgsradio Ö24 wurde um 30 Prozent und die Antenne Steiermark um mehr als zehn Prozent schlechter dargestellt.

Schlimmer Verdacht: Test bewusst manipuliert
Auffällig ist, dass just jene drei Privatradios, die im 1. Halbjahr 2015 am erfolgreichsten waren (Antenne Vorarlberg und Antenne Steiermark hatten in ihrem Bundesland Ö3 überholt, Ö24 hatte einen sensationellen Neustart hingelegt), am brutalsten korrigiert wurden, und zwar so, dass Ö3 jeweils die Marktführerschaft behielt. Damit steigt der Verdacht auf eine bewusste Manipulation – umso mehr, als die Fälschung des Radiotests durch das Team der GfK genau in jenem Jahr begann, als der ORF gegen die Stimmen der Privatradios dem Institut GfK die alleinige Erhebung des Radiotests zuschanzte.

Die Software, mit der die Fälschung des Radiotests durchgeführt wurde, ist übrigens auch bei der Media-Analyse im Einsatz. Damit steigt der Verdacht, dass die gleichen Manipulationen auch bei der Media-Analyse der Printmedien stattgefunden haben.