Franzosen wollen Beteiligung nicht erhöhen

Renault will Avtovaz-Hilfe limitieren

Der französische Autobauer will seinen Anteil bei der Rettung seines russischen Partners Avtovaz in Grenzen halten. Die von der russischen Regierung gestellten Forderungen nach einer umfangreichen Geldspritze aber nicht erfüllen, sagte Vorstandsmitglied Patrick Pelata.

Pelata sagte: "Es ist keine kleine Summe, aber es ist keine halbe Milliarde." Renault wolle Avtovaz vor allem bei der Restrukturierung der Zulieferer und Produktionsanlagen helfen. Die Beteiligung an dem russischen Unternehmen soll nicht erhöht werden. Renault hatte für den Einstieg mit 25 % bei dem Lada-Hersteller vor 2 Jahren rund 650 Mio. Euro bezahlt.

Der Konzern kämpft mit einem drastischen Nachfrageeinbruch in Russland und hat bereits Gehälter gekürzt, Kurzarbeit eingeführt und im großen Stil Stellen abgebaut. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat den Automarkt in Russland stark ausgebremst. Allein im ersten Halbjahr verbuchte Avtovaz einen Verlust von umgerechnet 440 Mio. Euro.

Mit Blick auf den europäischen Automarkt sagte Pelata, er rechne im nächsten Jahr mit einem Rückgang der Neuzulassungen um 8-10 %. Die Franzosen hatten vergangene Woche von ersten Hoffnungsschimmern berichtet und mitgeteilt, der Umsatz sei im dritten Quartal nicht mehr so stark zurückgegangen wie noch zu Jahresanfang.

Im vierten Quartal will Renault die Produktion um mehr als 50 % steigern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damals waren die Autobauer wegen des Nachfrageeinbruchs im Zuge der Krise gezwungen, ihre Produktion massiv herunterzufahren.