RWE verschärft Sparanstrengungen

Der deutsche Energiekonzern RWE - mit rund 38 Prozent an der Kärntner Kelag beteiligt - weitet einem Zeitungsbericht zufolge seine Sparanstrengungen aus und will seine Kosten nun um mindestens 1,5 Mrd. Euro pro Jahr drücken. Das neue Programm "RWE Neo" für die Kraftwerkssparte solle Einsparungen von "mindestens 500 Millionen Euro" pro Jahr erreichen und könnte den Abbau von mehreren Hundert Stellen zur Folge haben, berichtete das "Handelsblatt" (Montagausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise.

Diese Summe komme zu der eine Milliarde Euro hinzu, die das bereits bekannte Sparprogramm "RWE 2015", das vor allem auf die Verwaltung abzielt, einbringen soll. Bereits vergangene Woche habe der Versorger die Mitarbeiter der europaweit tätigen Kraftwerksgesellschaft RWE Generation in einem Rundschreiben über das neue Sparprogramm informiert, berichtete das Blatt. RWE lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Mit den verschärften Sparanstrengungen reagiere RWE auf den Preisverfall im Stromhandel und der schlechten Auslastung der Kraftwerke. Erst vor wenigen Tagen hatte RWE-Chef Peter Terium in einem Magazin-Interview von der "größten Branchenkrise aller Zeiten" gesprochen und vor "erheblichen Stilllegungen" von Kraftwerken gewarnt. So habe RWE Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Megawatt (MW) unter "kritischer Beobachtung."

Alle Energieversorger prüfen derzeit, ob Kohle- und Gaskraftwerke stillgelegt werden müssen. Der Ausbau erneuerbarer Energien und sinkende Großhandelspreise durch Überkapazitäten führen dazu, dass sich etliche Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen.