3-5 % Plus erwartet

Skiindustrie rechnet 2010 mit Aufwärtstrend

"Das ist ein super Winter wie seit langem nicht mehr", sagte Atomic-Chef Mayrhofer auf der weltgrößten Sportfachmesse ispo in München. Die Sportartikelgeschäfte hätten ihre Skilager in der Saison 2009/10 um etwa 10 % abgebaut und seien nun bei einem idealen Restlagerbestand von rund 10-15 % angelangt. 2010 rechnet er mit einem Aufwärtstrend.

Atomic selbst - in Österreich Marktführer vor Fischer und Head - rechnet für das kommende Jahr mit einem Umsatzplus von 3-5 %. "Der Weltmarkt hat die Talsohle im vergangenen Jahr erreicht, liegt nun relativ stabil bei 3,1-3,2 Mio. Paar Ski und wird heuer ein wenig anziehen", erwartet Mayrhofer.

Das Weltmarktvolumen war binnen drei Jahren um fast ein Drittel eingebrochen. Seit Oktober, als unter den Skifirmen noch große Unsicherheit herrschte, habe sich die Stimmung in der Branche deutlich aufgehellt.

Der Skierzeuger Atomic will heuer aber nicht nur bei den Umsätzen zulegen, sondern auch beim Gewinn. "Beim Ertrag sind wir auf dem richtigen Weg", so Mayrhofer. Nach einer verlustreichen Periode hat der Skihersteller 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben. "Und das wollen wir 2010 noch ein bisschen verbessern."

Insgesamt konnten die Sportgeschäfte 2009 nicht über mangelnde Umsätze klagen. Die Wirtschaftskrise hat sich keinesfalls negativ auf die Nachfrage ausgewirkt. Im Gegenteil, es wurden eher große Investitionen eingespart als Sportartikel.

Intersport International gab im Rahmen der ispo für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Umsatzplus von mehr als 5 % auf 9,3 Mrd. Euro in 37 Ländern bekannt. Der Chef der Intersport-Gruppe, Franz Julen, rechnet heuer mit einem weiteren Zuwachs von 2-4 %. Die Umsätze beleben sollen heuer die Fußball-WM in Südafrika und in weiterer Folge auch die Olympischen Spiele.

Auf der Münchener ispo präsentiert sich die Wintersportbranche wenige Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Vancouver noch bis Mittwoch. 2.045 Aussteller aus 45 Ländern präsentieren die neuesten Trends:

Wearable Technologies (WT), also tragbare Technologie, ist heuer wieder eines der zentralen Themen. So stellt etwa Zeal Optics eine von der ispo-Jury prämierte Schneebrille mit integriertem Display-System vor. Per Knopfdruck kann sich der Fahrer Infos direkt vor die Augen projizieren lassen, etwa Daten über Geschwindigkeit, Höhe, Temperatur, GPS-Ortung. Interessant nicht nur für Skifahrer: das erste multifunktionale Headset mit einer kostenlosen, störungsfreien Verbindung.

Mit einer neuen, prämierten "take off“-Technik bei Skibrillen sorgt uvex für Aufsehen: Je nach Lichtverhältnis wird die Scheibe per magnetischem Verschluss gewechselt. Und Tecnica zeigt einen Skischuh, bei dem sich die Passform je nach Fuß und Schneebedingungen per Knopfdruck steuern lässt.

Der Skihersteller Völkl stellt einen ökologischen Tourenski vor, der komplett aus recyclebarem Holz produziert wird. Atomic punktet mit einem ökofreundlichen Touren-Board, ebenfalls aus Holz. Statt Fiberglas setzt Atomic Jute ein, was ökologischer und zugleich leichter ist.

Als größte Innovation am Skimarkt wird der neue Turbo-Ski von Head gefeiert, der bereits von Ski-Athleten erfolgreich getestet wurde: Ein Chip im Kern nimmt beim Fahren Energie auf und gibt sie beim Schwung wieder ab – was in der Kurve den Turbo zündet