Derzeit zwei AGs sollen ein Unternehmen werden

Telekom will Festnetz und Mobilfunk fusionieren

Die Telekom Austria will Festnetz und Mobilfunk, die derzeit zwei getrennte Aktiengesellschaften unter einem Holding-Dach sind, künftig zu einem Unternehmen verschmelzen. Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand den Auftrag erteilt, Modelle für diese Strukturveränderung auszuarbeiten, berichtet die "Presse" unter Berufung auf Konzernkreise.

Die Entscheidung solle in 6 bis 8 Wochen fallen und die Chancen auf Realisierung seien sehr hoch, heißt es in dem Bericht. Die Fusion könnte demnach 2010 über die Bühne gehen.

Vor der Umsetzung müssten auch noch die Aktionäre der Telekom auf einer ao. Hauptversammlung grünes Licht geben. Für die Aktie würde sich nichts ändern, da der Gesamtkonzern an der Börse notiert.

Betriebsrat: Nichts überstürzen

Bis jetzt ist allerdings noch gar nichts entschieden, bekräftigt die Telekom Austria als Replik auf die Meldung. mobilkom-Betriebsratschef Werner Luksch warnt zudem vor einem Schnellschuss. "Es gibt keinen Grund für eine überstürzte Entscheidung über eine Fusion von Telekom und mobilkom Austria. Wir stehen erst am Anfang des Diskussionsprozesses." Luksch, der auch Mitglied der Aufsichtsräte von Telekom-Holding und ÖIAG ist, verlangte eine "eingehende Diskussion in diesen beiden Gremien und eine gründliche Prüfung möglicher Vorteile, aber auch Nachteile".

Die Fusion dürfe nicht zu einseitigen Nachteilen führen. "Nur in einer Form, die beiden Unternehmen Vorteile bringe, ist eine Fusion sinnvoll und realistisch", betonte Luksch und setzt nach: "Die Fusion darf nicht dazu dienen, durch die Eingliederung der mobilkom bloß eine attraktivere Bilanz erstellen zu können."