Ryanair-Chef: "In drei bis vier Jahren überholen wir AUA "

Tourismus

Ryanair-Chef: "In drei bis vier Jahren überholen wir AUA "

Ryanair-Boss Michael O'Leary kündigt eine große Sommer-Offensive ab Wien an. 75 Destinationen bietet der irische Billigflieger an, darunter drei neue.

Ryanair-Boss Michael O'Leary kam am Dienstag persönlich nach Wien, um den Sommerflugplan seiner Airline zu präsentieren und klar zu machen, dass Ryanair weiter Tempo macht beim Wachstum. In Österreich sieht er derzeit besonders viel Potenzial, die Iren investieren in Wien 1,9 Milliarden Dollar in 19 stationierte Flugzeuge und stocken den Sommerflugplan kräftig auf.

Mehr Angebot als vor Corona

"Während AUA und Wizz Air ihre Flüge ab Wien reduzieren, wächst Ryanair hier stark", gibt sich O'Leary angriffig wie immer. Die ungarische Wizz Air habe für den Sommer mehr als 20 EU-Strecken von und ab Wien gestrichen - "sie fliegen stattdessen in den Nahen Osten, wo sie nicht mit uns konkurrieren müssen". Die AUA sei erst bei 84 % ihrer Kapazität von vor Corona, das Ryanair-Angebot sei hingegen auf 115 % angewachsen.

Neu ab Wien: Kopenhagen, Helsinki, Tusla

Der Ryanair-Flugplan für Wien für den Sommer 2023 umfasst 75 Routen, darunter drei neue Ziele: Kopenhagen, Helsinki und Tusla. Auf über 30 Strecken erhöht Ryanair die Frequenzen. "Insgesamt bieten wir heuer im Sommer mehr als 800 wöchentliche Flüge von und nach Wien an. Das sind 10 % mehr als im Vorjahr", so Ryanair-Österreich-Manager Andreas Gruber.

Im Jahr 2022 waren Ryanair und Tochter Lauda mit knapp 5 Millionen Passagieren die Nummer 2 am Flughafen Wien, hinter hinter der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) mit 11,1 Millionen und vor Wizz Air mit 1,6 Millionen Fluggästen. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 habe Ryanair ihrem Marktanteil in Wien um 11 Prozentpunkte auf aktuell fast 25 % steigern können, so O'Leary.

Erklärtes Ziel des Ryanair-Chefs: "In drei bis vier Jahren wollen wir die AUA überholt haben und die Nummer 1 in Wien sein." Die Ryanair-Flotte in Wien sieht O'Leary dann bei mindestens 30 Maschinen, die jährlich 12 bis 14 Millionen Passagiere transportieren.

Schon im heurigen Jahr will O'Leary in Wien erstmals die Marke von  6 Millionen Fluggästen knacken.

Vorerst keine 9,99-Euro-Tickets mehr

Was die Ticketpreise betrifft, sieht Billig-Meister O'Leary in den nächsten zwei Jahren angesichts der hohen Ölpreise keine 9,99-Flüge mehr.  "Später kann das durchaus wieder kommen." Für die neuen Sommerrouten ab Wien bietet Ryanair jetzt einen Sonderverkauf mit Tarifen ab 29,99 Euro (buchbar bis 27. Jänner). 

Die Durchschnittspreise der Ryanair-Tickets sieht O'Leary von 40 auf rund 50 Euro steigen. "Zum Vergleich: Der Lufthansa-Konzern knöpft den Kunden 500 Euro und mehr ab, bleibt bei weit höheren Preisen als vor Corona, trotz Hunderten Millionen an Subventionen durch die Steuerzahler."