Richard_trenkwalder

An deutschen Investor

Trenkwalder verkaufte Mehrheit

Größte österreichische Zeitarbeitsfirma holt sich frisches  Kapital.

Österreichs größter Zeitarbeits- und Personaldienstleister, die Trenkwalder International AG, holt sich frisches Kapital ins Haus und gibt einen Mehrheitsanteil an den Düsseldorfer Investor Droege Capital GmbH ab. Der geplante Deal soll bis Ende des 2. Quartals 2011 abgeschlossen sein. Erst dann werde man den Kaufpreis und die genaue Größe der Beteiligung bekanntgeben, erklärte Trenkwalder am Dienstag auf Anfrage.

Warten auf Zustimmung
Voraussetzung für den Abschluss sei jedenfalls eine positive Due Dilligence sowie die Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden und die Zustimmung der Aufsichtsgremien. Unternehmensgründer und Eigentümer Richard Trenkwalder, der mit rund 70.000 Mitarbeitern 1 Mrd. Euro umsetzt, begrüßt den Deal: "Die Droege Gruppe ist ein erfolgreiches Familienunternehmen und hat große internationale Dienstleistungserfahrung. Die Voraussetzungen für Wachstum in den interessanten neuen Märkten in Ost- und Südosteuropa werden dadurch schneller erreicht."

Zukunftssicherung
Ziel der Übernahme sei einerseits die Zukunftssicherung der Trenkwalder-Gruppe, andererseits die Verbesserung der Finanzierungs- und Bilanzstruktur des österreichischen Personalbereitstellers, so Droege online. Für den deutschen Investor sei die Beteiligung an der Trenkwalder-Gruppe ein langfristiges Investment in einem dynamischen Markt. Zukünftig würden Flexibilisierungsstrategien eine noch größere Bedeutung in mittelständischen und Konzern-Unternehmen erhalten, so Droege-Geschäftsführer Frank Tanski. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Trenkwalder-Gruppe wolle man die Marktposition in den verschiedenen Ländern weiter ausbauen und so die Weichen für weiteres Wachstum stellen. Mittelfristig, also in drei bis 5 Jahren, sei auch die Platzierung an der Wiener oder an der Frankfurter Börse geplant, so Trenkwalder auf APA-Anfrage.

Der Maschinenbauer Richard Trenkwalder startete sein Unternehmen 1985 als Einzelunternehmer mit einem technischen Büro. Nachdem er 1988 die "Lizenz zur Arbeitnehmerüberlassung" erhalten hatte, wurde er in Österreich einer der Pioniere für Zeitarbeit. Ab 1992 begann die Expansion ins benachbarte Ausland. Heute ist Trenkwalder mit mehr als 450 Standorten in Österreich, Deutschland, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Montenegro, Bosnien, Rumänien, Polen, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Albanien, Liechtenstein und der Schweiz vertreten.

Einbußen
Nach den Rekordergebnissen im Jahr 2008 musste das Unternehmen in der Krise Einbußen hinnehmen. 2010 wurde mit den Hausbanken ein umfassendes Finanzierungspaket vereinbart, um die Liquidität zu gewährleisten, berichtet die "Wiener Zeitung" (Dienstag). Es seien auch Berater geholt worden, um die notwendige Restrukturierung durchzuführen. Mit dem Vertrag über einen Anteilserwerb durch das Beratungs- und Investmenthaus Droege am 20. April 2011 sei die Partnersuche nun erfolgreich beendet worden.

Die deutsche Droege International Group wurde 1988 in Düsseldorf gegründet. Das im Familienbesitz befindliche Unternehmen ist ein unabhängiges Beratungs- und Investmenthaus und agiert als Industrieholding mit langfristigem Investitionshorizont. Droege beschäftigt weltweit 4.500 Mitarbeiter und setzt rund 7 Mrd. Euro um.