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Turbulente Tage für den Wiener Flughafen

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Die Flughafen-Aktionäre sollen bei der Versammlung am Donnerstag eine aktienrechtliche Sonderprüfung des Skylink-Desasters beschließen.

Dem Flughafen Wien stehen rund um das Finanzdebakel beim Bau des neuen Terminals Skylink spannende Tage ins Haus. Bei der heutigen Aufsichtsratssitzung des Airports wird dieses Thema zweifellos im Vordergrund stehen, und für morgen ist eine Hauptversammlung angesetzt, bei der die Aktionäre eine Sonderprüfung der Skylink-Affäre beschließen sollen.

Wie berichtet, sind die Kosten für das Großprojekt von den ursprünglich veranschlagten rund 400 Mio. Euro inzwischen auf rund 830 Mio. Euro angewachsen, derzeit herrscht Baustopp.

Konflikt um RH-Prüfer

Flughafen-Vorstand Herbert Kaufmann hat wiederholt betont, selbst großes Interesse an einer Aufklärung zu haben. Einer freiwilligen Prüfung durch den Rechnungshof (RH) könne der Flughafen aber aus rechtlichen Gründen nicht zustimmen. Die RH-Prüfer standen deshalb am Airport vor verschlossenen Türen.

Unterstützt wird vom Vorstand der Vorschlag einer aktienrechtlichen Sonderprüfung, die klären soll, wie es zu dem Skylink-Debakel kam. Um diese Prüfung zu beschließen, wurde die morgige Hauptversammlung einberufen. "Alle Fragen sind willkommen, auch kritische“, sagte Kaufmann am Montag.

Eine persönliche Verantwortung für das Desaster sieht er nicht. Zuständig war der Mitte März abgelöste Ex-Finanzvorstand Christian Domany. Ein Gutachten des Grazer Gesellschaftsrechtlers Waldemar Jud zur Frage der Organhaftung werde "in nicht allzu langer Zeit“ fertig, so Kaufmann.

Aufsichtsrats-Wahlen

Auf der Tagesordnung des Aktionärstreffens stehen auch Aufsichtsrats-Wahlen. An der Spitze des Gremiums wird Johannes Coreth von Rechtsanwalt Christoph Herbst abgelöst. Für den ausgeschiedenen Erwin Hames­eder (Chef der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien) kommt dem Vernehmen nach EVN-Boss Burkhard Hofer in den Flughafen-Aufsichtsrat.

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