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Bestwerte und Resilienz: VIG bleibt auf Wachstumskurs

Höchster Gewinn trotz schwieriger Zeiten, Milliardenübernahme in Deutschland und weitere Expansion in CEE: Die Vienna Insurance Group (VIG) lieferte 2025 beeindruckende Ergebnisse. 

CEO Hartwig Löger erklärt im oe24-Interview, warum die Versicherungsgruppe so gut performt und wie sie ihren Erfolg absichern will.   

Über 1 Milliarde Euro Gewinn, mehr als 16 Milliarden Euro verrechnete Prämien – und das in einem schwachen Wirtschaftsumfeld. Wie geht das Herr Löger?

Hartwig Löger im Interview

Hartwig Löger im Interview

© Marlene Fröhlich | luxundlumen.com

Hartwig Löger: 2025 war ein herausragendes Jahr. Wir haben laut vorläufigem Ergebnis rund 1,2 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern erzielt, mit 16,3 Milliarden Euro verrechneten Prämien einen neuen Höchstwert erreicht und weisen mit 296 % eine starke Solvenzquote aus. Unser Geschäftsmodell funktioniert – auch in schwierigen Zeiten. Die Begründung sehe ich vor allem in unserem dezentralen Geschäftsmodell. Wir setzen stark auf regionale Eigenständigkeit. Unsere mehr als 50 Gesellschaften kennen ihre Märkte am besten. Dazu kommt unsere breite Aufstellung in vielen Ländern. Besonders Zentral- und Osteuropa wächst deutlich stärker als Westeuropa – davon profitieren wir. Und: Unsere Kapitalbasis ist sehr stark. Das gibt uns Sicherheit und die Möglichkeit neue Chancen zu nutzen.

Mit ihrer neuen Strategie „evolve²⁸“ wollen Sie weiter wachsen. Was steckt dahinter?

Wir setzen damit den strategischen Rahmen für die künftige Positionierung der VIG. Wir haben fünf klare Ziele definiert – und die sind ambitioniert. Wir treiben damit den Ausbau unserer Marktführerschaft im Kernmarkt CEE voran, planen eine deutliche Steigerung von Prämien und Erträgen und halten unser Prinzip des lokalen Unternehmertums hoch. Die Strategien der rund 50 Gesellschaften bilden das Herzstück von evolve²⁸. Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe spielt dabei eine große Rolle. Unser Ziel ist klar: weiter wachsen – aber profitabel.

Bestwerte und Resilienz: VIG bleibt auf Wachstumskurs
© VIG

Welche konkreten Wachstumspläne gibt es bereits?

In Polen haben wir uns über unsere lokale Gesellschaft Vienna Life an ‚Phinance‘, einem der größten Finanzmakler Polens, beteiligt. Wir haben im Vorjahr eine Lebensversicherungsgesellschaft in Albanien gegründet und bauen damit unsere führende Rolle als Versicherungsgruppe im Land weiter aus. Umgekehrt werden wir in Montenegro eine Sachversicherungsgesellschaft gründen, um das Angebot unserer marktführenden Lebensversicherungsgesellschaft um Sachversicherungen zu erweitern. In Moldau steigen wir durch den Kauf von Moldasig zum Marktführer auf.

In der Ukraine konnten wir unsere Partnerschaft mit der IFC – einem Unternehmen der Weltbankgruppe – ausbauen. Die IFC wird sich an unseren beiden ukrainischen Gesellschaften USG und Kniazha beteiligen. Gemeinsam bereiten wir uns darauf vor, eine aktive Rolle im Wiederaufbau des Landes zu übernehmen. Am intensivsten wird uns der Erwerb der Nürnberger Beteiligungs AG beschäftigen, dessen Closing wir zu Beginn des zweiten Halbjahres erwarten. 

Der Erwerb der Nürnberger wird mit einem Kaufpreis von rund 1,4 Milliarden Euro die bisher größte Transkation in der Geschichte der VIG sein?

Die geplante Übernahme ist eine einzigartige Gelegenheit für die VIG. Sie stellt nicht nur die größte Transaktion in unserer Unternehmensgeschichte dar, sondern soll auch die langfristig profitable Wachstumsstrategie der VIG unterstützen. Die Nürnberger ist stark bei Berufsunfähigkeits- und biometrischen Versicherungen – also Absicherungen, die immer wichtiger werden. Dieses Know-how wollen wir in der gesamten Gruppe nutzen. Das Closing erwarten wir Anfang des zweiten Halbjahres. 

Deutschland zählt jedoch nicht zum Kernmarkt CEE. Ändern sie diesbezüglich ihre Strategie?

Wir halten klar an unserem Kernmarkt CEE fest. Wir haben in unseren Prinzipien definiert, dass die Holding auch gruppenweite Chancen verfolgt. Deutschland ist und bleibt für die VIG ein Spezialmarkt, der aufgrund der hohen Affinität zu Versicherungsprodukten und seiner Marktgröße ein attraktives und stabiles Umfeld bietet. 

Die VIG ist mit mehr als 50 Gesellschaften in 30 Ländern vertreten 

Die VIG ist mit mehr als 50 Gesellschaften in 30 Ländern vertreten 

© VIG

Zu ihren Wachstumsplänen zählt auch der kontinuierliche Ausbau eigener Assistance-Gesellschaften. In einer kürzlich veröffentlichten Aussendung sprachen sie von 18 VIG-Märkten, in denen die Services dieser Gesellschaften angeboten werden. Was ist das Konzept dahinter?

Wir haben früh erkannt, dass Zusatzleistungen rund um den Versicherungsschutz einen wichtigen Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden schaffen, das entspricht auch zunehmend der Erwartung an moderne Versicherungsdienstleistungen. Wir haben uns für eigene Servicegesellschaften entschieden, damit wir die gesamte Prozesskette – von der Versicherungsleistung bis zur Schadenabwicklung und Assistance – aus einer Hand anbieten können. Damit schaffen wir eine Win-win-Situation für unsere Kundinnen und Kunden und unsere Gesellschaften.

Mit dem jüngsten Markteintritt in Albanien sind wir bereits in 18 Ländern unter der Dachmarke Global Assistance aktiv und bieten damit eine nahezu flächendeckende Betreuung von der Ostsee bis zum Mittelmeer an.

Was für ein Leistungsspektrum wird von der Assistance umfasst?

Das Portfolio umfasst rund 150 Serviceleistungen in Bereichen wie Fahrzeug, Gesundheit, Haushalt, Reise, Recht, Cyber, IT sowie Concierge-Services, die teilweise auch unabhängig vom Bestehen eines Versicherungsvertrags gebucht werden können. Die Bandbreite reicht von Pannenhilfe und Handwerkerdiensten über medizinische Zweitmeinungen und Flugambulanzbuchungen bis hin zu rechtlichem Beistand bei Cybermobbing oder der Organisation von Begräbnissen. Auch Concierge-Dienste wie die Reservierung von Restaurantbesuchen oder Konzerttickets zählen dazu. Mittlerweile bearbeiten unsere Assistance-Gesellschaften jährlich mehr als eine Million Fälle. 

Wie sind sie auf den Strategienamen „evolve²⁸" gekommen?

„Evolve²⁸" steht für eine strategische Herangehensweise, bei der man sich stetig weiterentwickelt, anstatt alles auf einmal zu verändern. Unsere bisherige Strategie hat sich bewährt, deshalb bauen wir auf diesen Erfolgsfaktoren auf und entwickeln unser Geschäftsmodell flexibel und resilient weiter, ganz im Sinne unseres dynamischen Wachstumskurses. 
 

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