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Deutsche Exporte mit stärkstem Anstieg seit 1992

Die deutschen Exporte sind im März so stark gestiegen wie seit fast 18 Jahren nicht mehr. Sie legten um 10,7 % im Vergleich zum Februar zu. Das war der kräftigste Anstieg seit Juli 1992 mit 11,5 %. Analysten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 2,6 % gerechnet. Im Februar war das Wachstum mit 5,1 % nicht einmal halb so stark ausgefallen.

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 85,6 Mrd. Euro ins Ausland. Das waren 23,3 % mehr als im März 2009. Allerdings waren die Exporte vor einem Jahr mit 16,1 % auch sehr kräftig eingebrochen. Überdurchschnittlich stiegen die Exporte außerhalb Europas: Hier gab es ein Plus von 34,7 %, während die Ausfuhren in die EU-Länder um 16,8 % kletterten.

Die Einfuhren erhöhten sich binnen Jahresfrist um 18,3 % auf 68,4 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Februar gab es ein Plus von 11 %. Analysten hatten hier lediglich einen Anstieg von 0,3 % erwartet. Zu den Ausfuhren ergibt das eine Differenz von 17,2 Mrd. Euro. Bereinigt erhöhte sich der Handelsbilanzüberschuss auf 13,3 Mrd. Euro.

Im Krisenjahr 2009 hatten die Exporteure mit rund 18 % den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. In diesem Jahr peilt der Branchenverband BGA ein Plus von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. Das vor der Krise erreichte Niveau werde aber erst 2013 wieder erreicht, lautet die Prognose.