Im ersten Halbjahr mehr Insolvenzen

Firmen- und Privatkonkurse deutlich gestiegen

Die Zahl der Firmen- und Privatpleiten in Österreich ist im ersten Halbjahr im Jahresvergleich deutlich gestiegen. Die Zahl der Firmenpleiten stieg insgesamt um 9,3 Prozent auf 3.509 Fälle, bei den eröffneten Verfahren gab es ein Plus von 15,7 Prozent auf 1.834 Verfahren. Die Privatkonkurse stiegen im Halbjahr um 6,5 Prozent auf 4.564 Pleiten. Hauptursache bei Firmenpleiten sind Managementfehler.

Dabei nahm vor allem die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Insolvenzanträgen mit plus 14,5 Prozent auf 657 Fälle besonders stark zu. Im ersten Halbjahr gingen täglich 29 Firmen und 42 Private pleite.

Hauptursache bei den Firmenpleiten in gut 80 Prozent der Verfahren sind nach wie vor Managementfehler, obwohl gerade in Krisenzeiten aktives Risikomanagement wichtiger denn je wäre, so die Creditreform. Nach Bundesländern sind vor allem Oberösterreich (plus 17,5 Prozent) und Salzburg (20 Prozent) von der Pleitewelle betroffen, gefolgt von Tirol und der Steiermark. In Wien gab es absolut betrachtet die meisten Insolvenzen, auch die Insolvenzbetroffenheit war mit 12,3 insolventen Firmen pro 1.000 Unternehmen am höchsten. Einzig im Burgenland gingen die Insolvenzen zurück.

In Wien gab es im Halbjahr mit 1.952 Fällen die meisten Privatinsolvenzen. Auch war die relative Insolvenzbetroffenheit mit 14 Insolvenzen pro 10.000 Erwachsenen in der Bundeshauptstadt am größten. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Oberösterreich (plus 16,7 Prozent), Kärnten (14,2 Prozent), Wien (12,4 Prozent) und das Burgenland (11,3 Prozent). In drei Bundesländern sanken die Privatinsolvenzen: Tirol, Steiermark und Vorarlberg.

Am starken Anstieg bei den Privatkonkursen sei die steigende Arbeitslosigkeit mitverantwortlich, so die Creditreform. Dadurch verfügen viele Privatschuldner nicht mehr über die Mittel zur Entschuldung über ein Insolvenzverfahren.