Beschäftigte erhalten Nettolohn von 90 Prozent

MAN verlängert Kurzarbeit in Steyr

Der Nutzfahrzeughersteller MAN lässt in seinem Werk in Steyr bis Jahresende weitere 38 Tage kurzarbeiten. Die Beschäftigten werden dafür einen Nettolohn von 90 Prozent erhalten. Laut Medienberichten wird die Produktion im September verglichen mit Juni um 10 Prozent auf etwa 70 Lkw und knapp 130 Fahrerhäuser gedrosselt. Kündigungen bei den rund 2.700 Mitarbeitern seien nicht geplant, heißt es.

Sollte sich die Auftragslage bis Jahreswechsel nicht verändern, sei geplant, die getroffene Regelung zu verlängern, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Unabhängig von der Kurzarbeit habe MAN mit dem Betriebsrat vereinbart, dass alle Angestellten im November zwei Solidaritätstage in Form von unbezahlten Urlaubstagen leisten werden, so das "Neue Volksblatt".

Die MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG setzte im vergangenen Jahr inklusive dem Standort Wien, an dem rund 1.000 Personen beschäftigt sind, einen Umsatz von 1,889 Mrd. Euro. Eine Prognose für das heurige Jahr gab der Nutzfahrzeugehersteller vorerst nicht ab.

MAN verschärft Sparkurs

MAN verschärft einem Zeitungsbericht zufolge seinen Sparkurs. Betroffen sei der wichtigste Bereich Nutzfahrzeuge mit weltweit rund 32.500 Beschäftigten, davon etwa 5.000 in der Verwaltung, schreibt die "Welt" unter Berufung auf Arbeitnehmerkreise. Dort sollten die Verwaltungskosten bis 2011 um ein Fünftel gesenkt werden. Dies habe der Chef der Sparte, Anton Weinmann, in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses angekündigt. Sparen will Weinmann demnach sowohl bei den Personal- als auch bei den Sachkosten.

Bisher hat MAN für dieses Jahr Einsparungen von rund einer halben Milliarde Euro angekündigt. Im zweiten Quartal war der Auftragseingang von um 45 Prozent auf 2,278 Mrd. Euro eingebrochen. Besonders das Lastwagengeschäft leidet seit einigen Monaten massiv unter der Wirtschaftsflaute.

Laut "Welt" sollen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über das neue Sparziel in der kommenden Woche beginnen. Eine Vereinbarung könnte bis Ende September erzielt werden, schreibt das Blatt weiter. Die Arbeitnehmervertreter wollten vor allem einen Verzicht auf Stellenstreichungen erreichen und kämpften für Teilzeit- und Vorruhestandsregelungen. MAN hat bisher bis Ende des Jahres Kurzarbeit angemeldet. Diese kann aber bis Ende 2010 ausgedehnt werden. Konzernbetriebsratschef Jürgen Dorn sagte der "Welt", man wolle erreichen, dass MAN die Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld für die Maximaldauer von 24 Monaten garantiert. Eine Vereinbarung darüber könnte im Herbst getroffen werden.