Privatisierungen in Polen sollen 8,5 Mrd. bringen

Das polnische Schatzministerium will in den kommenden 18 Monaten wichtige Unternehmen aus der Chemie- und Energiebranche sowie Aktien der Lotos Gruppe und des Kupferkonzerns KGHM Polska Miedz verkaufen. Die Regierung rechnet mit Einnahmen in der Höhe von 8,5 Mrd. Euro. Damit soll eine Steuererhöhung vermieden werden.

Die Regierung soll am 28. Juli die Pläne absegnen. Unter den zu privatisierenden Unternehmen befindet sich auch die Warschauer Börse. Am 22. Juli gab das Schatzministerium die Short-Liste der Kandidaten, auf der die vier größten Börsen der Welt stehen, die Deutsche Börse, die London Stock Exchange, Nasdaq OMX und NYSE Euronext.

Weit fortgeschritten ist auch der Verkauf des Energie-Konzerns ENEA. Die erste Etappe der Privatisierung war der Verkauf eines Aktienpakets von 23,5 Prozent über die Warschauer Börse. Den Großteil des Pakets erwarb der schwedische Konzern Vattenfall, der nun als Hauptkandidat zur Übernahme des ganzen Konzerns ENEA gehandelt wird. Darüber hinaus sollen auch andere Energie-Unternehmen veräußert werden, etwa die Energetik-Gruppe Energa und die größte Energie-Gruppe in Südpolen, Tauron. Weiters sollen untern anderem 7 Prozent der Aktien des Erdölkonzerns Lotos, 41 Prozent des Kupferkonzerns KGHM Polska Miedz und Restanteile an zahlreichen Banken veräußert werden.

Kritik an den Plänen kommt von der Opposition. "Das bedeutet den Ausverkauf von Unternehmen, die wichtig für die energetische Sicherheit des Landes sind. Das macht niemand in Europa", empörte sich im Gespräch mit der "Dziennik" des Abgeordnete der rechtskonservativen Oppositionspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) und Ex-Vizeschatzminister Dawid Jackiewicz. Das Schatzministerium versichert jedoch, dass die strategischen Unternehmen in Staatshänden bleiben würden.