Personalvorstand gibt aber keine "Entwarnung"

Siemens fährt Kurzarbeit zurück

Der Siemens-Konzern fährt die Kurzarbeit an seinen deutschen Standorten zurück. "Wenn im August die Ferien in Bayern beginnen, wo wir unsere großen Werke haben, dann dürfte sich die Zahl unter 15.000 einpendeln", sagte Personalvorstand Siegfried Russwurm dem Magazin "Euro am Sonntag". Aktuell arbeiten rund 19.000 der 130.000 heimischen Mitarbeiter von Siemens kürzer als in ihren Verträgen vorgesehen.

Russwurm warnte aber vor falschen Schlüssen: "Für eine Entwarnung im Hinblick auf die angespannte Beschäftigtensituation im Sektor Industrie ist es sicher noch viel zu früh".

Siemens leidet wie die gesamte Industrie unter der Wirtschaftskrise. Besonders diejenigen Sparten, die dem Maschinenbau und den Autoherstellern zuliefern, sind betroffen. Auch das lange robuste Energiegeschäft hat mittlerweile nachgegeben. Einzig die Medizintechnik hält sich noch. Konzernchef Peter Löscher hatte aber vor knapp vier Wochen die Hoffnung geäußert, dass langsam die Talsohle erreicht ist. Nicht zuletzt Aufträge aus den staatlichen Konjunkturprogrammen sollen ein weiteres Abrutschen verhindern. Weltweit beschäftigt Siemens 416.000 Menschen.