Militärischer und ziviler Schiffbau müssten getrennt werden

ThyssenKrupp ordnet Werften neu

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp verhandelt laut einem Zeitungsbericht nicht nur über einen Einstieg eines ausländischen Investors bei der Hamburger Werft Blohm+Voss, sondern strebt eine Neuordnung seines gesamten Schiffbauverbundes an. Bei dem Investor handle es sich um den Scheich Hamdan bin Zajed al-Nahjan aus Abu Dhabi, berichtetet "Die Welt".

Dessen Firma Abu Dhabi Mar war über eine Kapitalerhöhung erst vor wenigen Wochen zu 90 Prozent bei der angeschlagenen Rendsburger Werft Nobiskrug eingestiegen. Abu Dhabi Mar gehören zwei weitere Werften. Vor wenigen Tagen hatte der Scheich signalisiert, dass man offen sei für weitere Zukäufe.

Jetzt stünden neben Blohm+Voss auch die zu ThyssenKrupp Marine- Systems GmbH (TKMS) gehörenden Werften in Emden und Kiel zur Disposition, hieß es. In Emden ist der Bau von Überwasserschiffen für die Marine bei der TKMS Blohm + Voss Nordseewerke konzentriert. Sollte sich der Scheich an einer oder mehreren der Werften beteiligen, müssten der militärische und der zivile Schiffbau die jetzt an allen deutschen Standorten betrieben werden, getrennt werden. Denn am Bau von Schiffen für die Marine kann sich nach der Gesetzeslage ein ausländischer Investor nicht ohne weiteres beteiligen.

Wie die Zeitung weiter berichtet, erhofft sich ThyssenKrupp bei einem Einstieg des arabischen Investors im Gegenzug lukrative Aufträge aus dem arabischen Raum etwa den Bau von Kraftwerken und Lieferung von Schiffen für den Gastransport. In jedem Fall hätte die Stadt bei einem Verkauf ein Wort mitzureden. Denn die Flächen von Blohm+Voss sind in ihrem Besitz und langjährig an die Werft verpachtet.