Hohes Budgetdefizit bereitet Prag Sorgen

Tschechien lässt Termin für Euro-Einführung offen

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Die tschechische Regierung ist der Empfehlung des Finanzministeriums und der Nationalbank (CNB) gefolgt und hat keinen Termin für die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung festgelegt. Als Grund gilt vor allem das hohe Budgetdefizit, das weit über dem Maastricht-Kriterium von 3 % des BIP liegt.

"Jegliche Überlegungen zum Euro sind im Moment nur Träume", meinte Premier Jan Fischer. Angesichts der Steuer-Ausfälle aufgrund der Wirtschaftskrise rechnet das Finanzministerium in Prag heuer mit einem Defizit in der Höhe von 6,6 % des BIP.

Im Budget 2010 wird mit einem Defizit in der Höhe von 5,7 % gerechnet. Deshalb wird Tschechien sich im kommenden Jahr nicht um einen Beitritt zum Wechselkursmechanismus ERM-2 bemühen.

Von der Nachrichtenagentur CTK befragte Analysten nannten 2015 als einen realistischen Zeitpunkt für die Euro-Einführung in Tschechien. In diesem Jahr sollte die Wirtschaft so weit stabilisiert sein, dass Tschechien die Maastricht-Kriterien für die Euro-Übernahme erfüllt. Eine Voraussetzung dafür seien jedoch die Reform der öffentlichen Finanzen, darunter eine Pensionsreform, und auch der politische Wille zur Euro-Einführung, so die Experten.

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