Die US-Techmesse CES zeigte die wichtigsten Trends: Von »Smart Glasses« bis zu neuen Robotern. Die Zukunft zu Gast in Las Vegas. oe24 gibt den Überblick.
Einige haben Angst, dass der Hype um Künstliche Intelligenz eine Blase erzeugt hat, die bald mit einem lauten Knall platzt. Auf der US-Techmesse CES in Las Vegas vom Dreikönigstag bis zum 9. Jänner war von dieser Angst wenig zu spüren. Der Fokus lag auf KI, die physisch handelt.
- Samsung präsentierte eine KI, die in Waschmaschinen automatisch erkennt, welche Wäsche eingelegt wurde und das ideale Waschprogramm auswählt.
- LG zeigte einen humanoiden Roboter, der mit Hilfe von KI die getrocknete Wäsche ordentlich faltet.
- Bosch demonstrierte eine KI-gesteuerte Herdplatte, die Steaks wie ein Meisterkoch zubereitet.
Sturmtruppler um 6.000 Euro präsentiert
Roboter. Chinesische Robotikunternehmen ließen auf der CES aufhorchen.
So präsentierte Unitree den R1. Der Androide ähnelt einem StarWars-Sturmtruppler und soll rund 6.000 Euro kosten. Er wiegt 25 Kilo, ist 1,20 Meter hoch und kann boxen oder auch ein Rad schlagen.
Kampf-Android T800 kommt aus China und kostet 25.000 US-Dollar
Der T800 klingt wie aus einem Terminatorfilm. Der Roboter von China-Hersteller EngineAI ist 1,73 Meter groß, wiegt 75 kg und besteht aus einer Magnesium-Aluminium-Legierung. Eine größere Nummer als der R1 und ein echter Kampf-Android. Er denkt mit einem NVIDIA Jetson Thor-Modul für Hochleistungs-KI-Berechnungen und kostet rund 25.000 US-Dollar. Ab Mitte des Jahres soll er in den Verkauf kommen.
Nvidia-Boss Jensen Huang brachte Roboter mit auf die Bühne wie den BDX-Droiden aus Star Wars. Jedenfalls ganz niedlich. Nvidia startete eine KI-Partnerschaft mit Boston Dynamics und Google DeepMind.
Digitalisierungsstaatsekretär Alexander Pröll mit Nvidia-Boss Jensen Huang.
Lego überrascht alle mit dem Super-Klotz
Smart Bricks. Den größten Überraschungserfolg auf der CES 2026 erzielte der dänische Spielzeugkonzern Lego. In Las Vegas stellte Lego interaktive Bausteine vor. Der Smart Brick sieht aus wie ein herkömmlicher Lego-Stein im Standardformat 2 × 4, ist jedoch üppig mit Miniaturtechnik ausgestattet – darunter ein Akku, Sensoren für Licht, Beschleunigung und Geräusche, ein Lautsprecher und ein winziger Synthesizer. Das Publikum war begeistert.
Deutschland-USA im Duo
Siemens-Chef Roland Busch eröffnete gemeinsam mit Nvidia-CEO Huang die Messe mit einer Keynote. Busch demonstrierte ein Tool, mit dem Unternehmen virtuelle Abbilder (Digitale Zwillinge) ihrer Fabriken und Produkte erstellen können. Ingenieure sollen damit Fabriken in Echtzeit simulieren, Roboter virtuell trainieren und Probleme lösen, bevor die echte Fabrik gebaut wird. Siemens setzt bei seinen KI-Produkten die neue Plattform Cosmos von Nvidia ein, die physikalische Gesetze versteht. Cosmos wird in der Robotik und in autonomen Fahrzeugen verwendet.
Siemens-Boss Dr. Roland Busch mit Rayban Meta-KI-Brille
Smart Glasses als Trend
Aktuell haben die smarten Ray-Ban-Brillen des Facebook-Konzerns Meta einen Goldrausch ausgelöst. Hersteller, vor allem aus China, kopieren das Meta-Konzept, eine Brille mit eingebauter Kamera und Audio-KI, aber ohne Display. Man kann also mit der Brille reden und filmen/fotografieren.
Neuere Modelle blenden auch Texte oder Navigationsanweisungen ins Sichtfeld ein, die mit der echten Welt überlappen (Augmented Reality, die erweiterte Realität) ist der große KI-Trend des neuen Jahres.