95 Prozent der Unternehmensanteile gehen an Ungarn

Ungarische Airline Malev wird wieder verstaatlicht

Darauf einigten sich Vertreter des russischen Eigentümers, der Moskauer Entwicklungsbank VEB (Wneschekonombank), und die ungarische Regierung.

Malev war 2007 nach mehreren erfolglosen Versuchen privatisiert worden, wobei die Kontrolle von russischen Eignern übernommen wurde. Zuletzt lagen diese Anteile bei der VEB. Sie erwies sich aber als nicht dazu in der Lage, die beim Erwerb der Malev entstandenen Schulden auszugleichen.

Die nunmehr erzielte Vereinbarung sieht nach Regierungsangaben vor, dass der ungarische Staat das Grundkapital von Malev um 25,2 Mrd. Forint (93,4 Mio. Euro) erhöht. Ungarn erhält dadurch 95 % der Unternehmensanteile. Der ungarische Finanzminister Peter Oszko sagte der Tageszeitung "Nepszabadsag", seine Regierung sei fest dazu entschlossen, Malev derart zu sanieren, dass die Gesellschaft "auf nachhaltige Weise funktionieren kann".

20 Mio. Euro Schulden beim Airport

Zuletzt schien sogar der Flugbetrieb der Malev gefährdet. Der Flughafenbetreiber Budapest Airport, der zum deutschen Hochtief-Konzern gehört, hatte mit "schweren Konsequenzen" gedroht, wenn das Luftfahrtunternehmen seine Schulden über 20 Mio. Euro beim Airport nicht zu tilgen beginne. Die Regierung hat die kostspielige Wiederverstaatlichung der Malev auch damit begründet, dass davon nicht nur Tausende Arbeitsplätze bei der Fluggesellschaft, sondern auch beim Airport abhingen. Der Flughafenbetreiber baut derzeit den Budapester Airport Ferihegy groß aus.

Die staatliche Rettung der Malev hat aber auch deren Konkurrenten auf den Plan gerufen. Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air und die tschechische Travel Service hatten bereits im Vorfeld der Wiederverstaatlichung angekündigt, bei der EU-Kommission Beschwerde einzulegen. Die Rettungsaktion erwecke den Verdacht der unerlaubten staatlichen Subventionierung, argumentieren sie.