Wiener Börse fester nach EZB-Beschlüssen

Die Wiener Börse hat am Donnerstag in Reaktion auf die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der EZB mit klaren Kursgewinnen geschlossen. Der ATX stieg 1,16 Prozent auf 2.542,98 Einheiten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im Euroraum wie erwartet von 0,25 auf 0,15 Prozent gesenkt.

Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat erstmals einen Strafzins von minus 0,10 Prozent für Bankeinlagen. Mit diesen Maßnahmen soll sowohl die Inflation als auch die Wirtschaft angekurbelt werden.

Die heutige Zinssenkung der EZB dürfte zumindest in Österreich kaum Effekte haben, erwartet Erste-Bank-Österreich-Vorstand Thomas Uher. Zu gering sei der Schritt und zu unterschiedlich die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Euro-Staaten. Zugleich stellte Uher klar: negative Sparzinsen wird es bei der Erste Bank nicht geben.

Sichtbare Kursaufschläge gab in Wien vor allem bei den schwergewichteten Bankentitel zu sehen. Erste Group streiften ein Plus von 2,19 Prozent auf 26,11 Euro ein und Raiffeisen Bank International kletterten um 1,99 Prozent auf 25,38 Euro hoch.

voestalpine schlossen mit einem Kurszuwachs von 3,02 Prozent auf 34,14 Euro. Zur Wochenmitte waren die Stahlaktien noch nach vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr um mehr als zwei Prozent eingeknickt.

OMV-Anteilsscheine verloren hingegen um 1,00 Prozent auf 29,70 Euro an Wert. JP Morgan revidierte das Kursziel des Mineralölkonzerns von 30 auf 28 Euro nach unten und bestätigte die Bewertung "Underweight".

Mit Abstand schossen Schoeller Bleckman an die Spitze der Kursliste. Die Titel des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters zogen 5,80 Prozent auf 93,79 Euro an.

Auch an den europäischen Leitbörsen gab es überwiegend höhere Kurse zu sehen. Der DAX war erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 10.000 Punkten gesprungen. .