Zypern

Euro-Krise

Zypern: So brutal wird das Sparpaket

Kürzungs-Programm trifft nicht nur reiche Sparer, sondern alle Bürger.

Zyperns Sparprogramm ist nach Informationen der größten zypriotischen Zeitung "Fileleftheros" fast fertig. Dies bestätigte Zyperns Regierungssprecher Christos Stylianides Reportern in Nikosia. Das Sparprogramm (Memorandum) muss noch von der Geldgeber-Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) genehmigt werden.

Die Zeitung veröffentlichte die Eckpunkte des Sparprogramms auf ihren Onlineseiten. Dazu zähle unter anderem:

  • Zwischen 6,5 und 12,5 weniger Gehalt für Staatsbedienstete
  • Alle Pensionen sollen um drei Prozent gekürzt werden
  • Zusätzliche Immobiliensteuern in Höhe von 70 Millionen Euro
  • Eine Erhöhung der Unternehmensteuer von zehn auf 12,5 Prozent
  • Die Steuern für Tabak, Alkohol und Treibstoffe sollen steigen
  • Mehrwertsteuererhöhung von 17 Prozent auf 19 Prozent
  • Der Staat soll durch Privatisierungen verschlankt werden

Bereits am Freitag hatte der zypriotische Arbeitsminister Charis Georgiades angekündigt, Nikosia wolle der Arbeitsgruppe der Eurogruppe am 4. April ein umfassendes und mit den Geldgebern vereinbartes Sparprogramm präsentieren. Nur so könne der Prozess der Billigung durch die Parlamente der Eurozone in Gang gesetzt werden. Zypern soll mit zehn Milliarden Euro unter die Arme gegriffen werden.

Zypern hat bereits ein Sanierungsprogramm für seinen überdimensionalen Bankensektor eingeführt. Am Montagabend wollte der Ministerrat unter Vorsitz des Staatspräsidenten Nikos Anastasiades über das Sparprogramm beraten, teilte der Regierungssprecher mit.

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