Die neue Huawei Watch GT 3 im Test

Günstiges Wearable im Edel-Look

Die neue Huawei Watch GT 3 im Test

Mit dem Newcomer bringt der Hersteller ein weiteres Top-Wearable in den Handel. 

Im Rahmen seines globalen Launch-Events in Wien hat Huawei das  Nova 9 , die  Lipstick-Freebuds und die Watch GT 3  vorgestellt. Letztere ist ab sofort (29. November) im Handel. Wir konnten die neue Smartwatch bereits vorab ausgiebig testen. Dabei wurde klar, dass der Ausdruck Smartwatch nicht ganz richtig ist. Denn während man sich auf die normale  Watch-3-Serie  erstmals auch Apps (Petal Maps, Games, etc.) herunterladen kann, ist das beim GT-Modell nicht möglich. Hier liegt der Fokus eindeutig auf den Fitness- und Gesundheits-Funktionen. Das bringt aber auch Vorteile. Zum einen ist die Watch GT 3 etwas kompakter, was sie besonders edel wirken lässt. Zum anderen bietet sie eine längere Akkulaufzeit. Was sie sonst noch alles kann, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Qualität und Display

Bei unserem Testgerät handelte es sich um die Watch GT 3 mit 46 mm Durchmesser. Huawei bietet auch eine etwas kleinere 42mm-Variante an. Da wir die Smartwatch sehr intensiv beim Training genutzt haben, kam meistens das Silikonarmband zum Einsatz. Deutlich schicker wirkt sie mit dem Metallarmband, das auch auf unseren Fotos zu sehen ist. Der Wechsel von einem Armband zum anderen gestaltet sich dank Schnellverschluss äußerst einfach. Am Qualitätseindruck von Armbändern und der Watch GT 3 gibt es nichts auszusetzen. Dank der kompakten Maße wirkt das Wearable selbst auf kleineren Händen nicht klobig. Zudem kam das schlichte aber gleichzeitig edle Design während des Tests sehr gut an. Vor allem die 3D-Glasoberfläche, das Edelstahlgehäuse und die drehbare Krone wirken sehr stimmig. Mit ihren knapp 43 Gramm zählt das Wearable zu den Leichtgewichten. Je nach gewähltem Watchface ist die Uhr erst auf den zweiten Blick als Smartwatch zu identifizieren. Auch das 1,43 Zoll AMOLED-Display hat sich ein Lob verdient. Der runde Touchscreen mit einer Auflösung von 466 x 466 Pixel (326ppi) bietet eine sehr gute Darstellungsqualität und bleibt auch bei Sonneneinstrahlung ordentlich ablesbar. Zudem reagiert die Uhr sehr schnell auf Befehlseingaben und gibt haptisches Feedback. Neben dem Touchscreen erfolgt die Bedienung über die bereits erwähnte Krone sowie eine Bedientaste. Da die Menüstruktur logisch aufgebaut ist, hat man das Bedienkonzept schnell intus. Bei der Software setzt Huawei auf sein neues Betriebssystem Harmony OS, das wir bereits von der normalen Watch 3 und dem  MediaPad 11  kennen. Bei der Watch GT3 rückt die Software eindeutig den Fitness- und Gesundheits-Bereich in den Fokus. Die Kopplung an Smartphones erfolgt via Bluetooth (5.2). Die erstmalige Einrichtung über die kostenlose Health App nahm nur rund fünf Minuten in Anspruch. Das Wearable ist auch mit iOS (ab 9.0) sowie Android (ab 6.0) kompatibel und unterstützt NFC.

Diashow: Huawei Watch GT 3 im Test

Die Watch GT3 mit 46 mm Durchmesser

Verarbeitung und Materialien sind top

Rückseite mit diversen Sensoren

Übersichtliches Menü

Die Smartwatch unterstützt alle erdenklichen Sportarten

Schnellzugriff auf diverse Funktionen

Pulsmessung

Messung des Sauerstoffgehaltes

Schrittzähler

Benachrichtigungen

E-Mail mit Vorschaufunktion

Inhalt einer E-Mail

Standort und Wetter (aktuell)

Wettervorhersage

Wettervorhersage

Integrierter Musikplayer

Auslöser für Smartphone-Fotos

Watchfaces gibt es in Hülle und Fülle

Magnetisches Ladepad

Dauerläufer

Für (Freizeit-)Sportler spielt die Laufzeit ihres smarten Trainings-Helfers natürlich eine besondere Rolle. Hier setzte Huawei mit seinen bisherigen Smartwatches fast immer die Maßstäbe. Für die Watch GT 3 wird ebenfalls eine beeindruckende Ausdauer versprochen. So soll die 46 mm Variante mit ihrer 455 mAh Batterie eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen bieten. Im Sportmodus inklusive GPS-Tracking reduziert sich dieser Wert logischerweise. Dennoch hat die Smartwatch im Test Wort gehalten. Wir haben die Watch GT 3 während des Testeinsatzes nie ausgeschaltet und täglich eine Outdoor-Sporteinheit von 1,5 Stunden absolviert. Erst am siebten Tag mussten wir das Gerät erstmals aufladen. Die versprochenen Laufzeiten sind also durchaus realistisch. Wer die Smartwatch nicht zum Sporteln nutzt, dürfte sogar über zwei Wochen mit einer Akkuladung schaffen. In diesem Punkt schlägt die Watch GT 3 alle Konkurrenten. Hier muss man jedoch darauf verweisen, dass der Funktionsumfang des Geräts im Vergleich zu „echten“ Smartwatches – wie eben auch der normalen Watch 3 - eingeschränkt ist. Deshalb hinkt ein direkter Vergleich etwas. Die Laufzeit der Watch GT 3 ist trotzdem beeindruckend. Hier macht sich der hauseigene Kirin-Chipsatz positiv bemerkbar. Dieser nutzt einen speziellen Prozessor, um eine niedrige Leistungsaufnahme zu erreichen, die deutlich unter dem Branchendurchschnitt liegt. Zum (kabellosen) Aufladen gibt es eine magnetische Docking-Station in kompakter Bauweise. Etwas unpraktisch ist das nicht abnehmbare Kabel, weshalb man die Ladestation nicht in einer kleinen Hosentasche transportieren kann. Dafür dauert eine Vollladung nur rund eine Stunde.

Fitness-Funktionen

Neben allen klassischen Fitness-Funktionen (Zählen von Schritten, Aufzeichnung des Sitzstatus, Tracking von Aktivitäten mit hoher oder niedriger Intensität) hat Huawei auch 100 Trainingsmodi, darunter mehrere professionelle Optionen für Outdoor-, Indoor- und Trainingsaktivitäten in die Watch GT 3 integriert. Die erfassten Daten sind dabei extrem umfangreich, was eine präzise Bestimmung des aktuellen Leistungsstandes und des Fortschrittes ermöglicht. Insgesamt werden bei den Trainings knapp 200 Datentypen überwacht. Die grafische Aufbereitung ist extrem gut gelungen. Die Ergebnisse können nicht nur (in Echtzeit) auf der Uhr verfolgt werden, sondern werden auch in der Huawei Health App gesammelt. Als nützlicher Trainingshelfer hat sich der integrierte Lautsprecher erwiesen. Über diesen lässt sich während des Trainings nicht nur Musik abspielen (4 GB interner Speicher), sondern man wird auch über seine aktuelle Aktivität per Sprachausgabe informiert. Die voreingestellten Zeiten bzw. Distanzen sind klug gewählt. Beim Laufen wird man nach jedem Kilometer über Gesamtzeit, Pace, Herzfrequenz, etc. informiert, beim Radfahren alle fünf Kilometer. Strampelt man sich am Ergometer ab, wird der Zwischenstand alle 10 Minuten durchgesagt. Ist die Watch GT 3 an Bluetooth-Kopfhörer gekoppelt, erfolgt die Sprachausgabe und Musikwiedergabe über diese. Wichtig für Schwimmer und Outdoor-Sportler: Das Wearable ist bis zu 50 Meter wasserdicht. Auf der Rückseite ist ein Pulsmesser integriert, der im Test sehr exakt funktionierte. Huawei setzt dabei auf eine spezielle Technologie, die eigens zur Herzfrequenzüberwachung entwickelt wurde. Diese kombiniert einen selbstlernenden Algorithmus und mehrere Sensoren für die individuelle Echtzeitmessung der Herzfrequenz. Absolutes Highlight ist jedoch die Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut (SpO2-Wert). Der Messvorgang dauert zwar fast eine Minute und funktioniert nur, wenn die Uhr eng am Handgelenk anliegt, das Ergebnis kann jedoch überzeugen. Zumal es auch optisch schön dargestellt wird (siehe Diashow). Der integrierte Standortbestimmungssensor hat uns im Test nie im Stich gelassen. Er unterstützt weltweit mehrere Satelliten-Positionierungssysteme (GPS, Glonass, Galileo) und ermöglicht somit eine schnelle und präzise Ortung. Da der Tester mit einer Uhr am Handgelenk nicht schlafen kann, konnten wir die ebenfalls vorhandene Funktion zur Verbesserung der Schlafqualität nicht testen. Bei Nutzerinnen kann die Watch GT 3 sogar den Menstruationszyklus überwachen.

Smartwatch Funktionen

Zu den (überschaubaren) Smartwatch-Funktionen zählen Benachrichtigungen zu eingehenden Nachrichten, Telefonanrufe, Alarme, Fernauslöser für die Handy-Kamera oder auch Erinnerungen. Inhalte von Mails, WhatsApp-Nachrichten, Facebook-Postings, etc. kann man auf dem kleinen Bildschirm auch lesen. Ziemlich praktisch ist die Möglichkeit, Anrufe über die Uhr zu tätigen. Auch dafür ist der integrierte Lautsprecher verantwortlich. Hat man das Smartphone in der Hosentasche, kann man eingehende Anrufe über die Watch GT 3 annehmen und mit dem Gesprächspartner plaudern, ohne dass man das Handy anfassen muss. Die Sprachqualität ist dabei überraschend gut. Wir haben mehrere Anrufe über die Smartwatch geführt und hatten in Innenräumen keinerlei Beanstandungen. Auf dem Fahrrad sorgt der Fahrtwind jedoch dafür, dass man beim Gesprächspartner nur schwer verstanden wird. Viele bewährte Funktionen herkömmlicher Smartwatches fehlen bei der Watch GT 3. Features wie Spracheingabe, direkte Antworten auf Benachrichtigungen, eine Navigationsfunktion oder die Installation von zusätzlichen Apps sind nicht möglich. Wer ein Huawei-Wearable haben will, welches das alles kann, muss zur herkömmlichen Watch-3-Serie greifen. Diese Modelle sind dann aber auch teurer.

Fazit

Huawei hat mit der Watch GT 3 einen hervorragenden Fitness-Tracker im Gehäuse einer edlen Smartwatch entwickelt. Aufgrund seines Funktionsumfangs eignet sich das Wearable vor allem für Sportler, die nicht ständig zwischen einem Fitness-Tracker und einer klassischen Uhr bzw. Smartwatch wechseln wollen. Die schick aussehende und gut verarbeitete Watch GT 3 kann man auch beim Restaurantbesuch tragen, ohne sich dabei als Sportfreak zu outen. Das größte Plus – neben den Fitness- und Gesundheitsaspekten - ist die beeindruckende Laufzeit. Dafür muss man bei den Smartwatch-Funktionen diverse Abstriche in Kauf nehmen. Wie der bisherige Erfolg der Smartwatches von Huawei vor Augen führt, stört das die Zielgruppen in keiner Weise. Diese werden sich vielmehr über die günstigen Preise freuen. Huawei verkauft die Watch GT 3 mit 42 mm und 46 mm Display ab 249 Euro (Active und Classic Edition). Selbst das teuerste Modell, die Elite Edition, kostet „nur“ 329 Euro. Dazwischen ist die Elegant Edition mit Metallarmband (299 Euro) angesiedelt.

Zum Marktstart am 29. November hat sich der chinesische Konzern noch eine spezielle Aktion einfallen lassen. Wer sich die neue Watch GT 3 bis zum 24. Dezember 2021 kauft, bekommt die  FreeBuds 4i  (UVP: 99 Euro) gratis dazu. So könnte man bei Bedarf gleich zwei Weihnachtsgeschenke "mit einer Klappe schlagen".

© Huawei
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