Michael Jackson: Todes-Foto live im TV

Erschütternd

Michael Jackson: Todes-Foto live im TV

Skandal bei Prozess gegen Jacko-Arzt:Ankläger zeigen toten Popstar.

Dem Verfahren gegen den Leibarzt des verstorbenen King of Pop Michael Jackson (†50) wurde zwar seit Wochen als Prozess des Jahres entgegengefiebert. Doch seit dem Eröffnungs-Dienstag mit Dr. Conrad Murray (58) auf der Anklagebank steht die Welt Kopf: Die Anklage kennt offenbar keine Skrupel. Ungeniert wurde erstmals ein Foto der Leiche hergezeigt, „Homicide“ (Tötung) in Balkenlettern war im Bild zu lesen. TV-Sender von CNN abwärts übertragen live – weltweit war das Bild zu sehen.

Noch erschütternder das Abspielen einer Audioaufzeichnung, wo Jacko völlig niedergespritzt im Delirium seine Visionen über das Konzert-Comeback lallt. In allen Details wurde erstmals auch Jacksons Sterbeort gezeigt: Sein flauschiges Bett, das Badezimmer daneben. Das knallharte Vorgehen des Staatsanwaltes David Walgren sorgte teils für Empörung beim anwesenden Jackson-Clan, Schwester Latoya schimpfte via Twitter.

Diashow: Jackson: Die Schock-Fotos der Anklage

Jackson: Die Schock-Fotos der Anklage

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    Die Welt ist fasziniert wie einst beim O.J.-Prozess
    Nach der Entscheidung von Richter Michael E. Pastor, die Live-Berichterstattung aus dem LA-Gerichtssaal zuzulassen, wird das Verfahren bereits mit dem Prozess gegen Football-Spieler O.J. Simpson verglichen.

    Und das Drama fesselt: Murray saß als gebrochener Mann auf der Anklagebank, starrte meist stoisch geradeaus, wischte sich Tränen weg. Der Leibarzt soll Jackson am 25. Juni 2009 eine Überdosis des Narkosemittels Propofol verabreicht haben. Die Anklage lautet auf Totschlag, es drohen ihm vier Jahre Haft.

    Murray weiß offenbar: Es wird nicht leicht werden, dem Gefängnis zu entrinnen. Denn Walgren fuhr schwere Geschütze auf: Er wühlte die sieben Männer und fünf Frauen als Geschworene mit dem grausigen Leichenfoto und dem erschütternden Audiotape auf, donnerte: „Murray ist Schuld an Jacksons Tod.“

    Gruseltape und Todesfoto erschütterten Geschworene
    Entsetzt müssen sich die Geschworenen nach dem Grusel-Tape gefragt haben: Warum hatte der „Doc“ Jackos Worte in diesem Zustand aufgezeichnet? Wie konnte er weiter Propofol spritzen? 155.000 Milligramm bestellte er. Hätte er, wie behauptet, stets nur 25 mg pro Injektion verabreicht, hortete er ein Arsenal für 6.200 Spritzen.

    Auch Gier muss sich der Arzt nachsagen lassen: 150.000 Dollar pro Monat wurden ihm geboten, doch das war ihm „zu wenig“. Als sich Ortega Sorgen über den „fröstelnden, weggetretenen“ Jackson machte, sagte Murray: „Kümmern Sie sich um die Show, ich sehe nach seiner Gesundheit!“

    Aber trotz Traumgage: Als Jacko im Sterben lag, telefonierte Murray 45 Minuten, schrieb E-Mails. Als er den leblosen Körper des Popstars entdeckte, massierte er sein Herz nur mit einer Hand, ließ ihn im weichen Bett liegen, obwohl eine harte Unterlage nötig gewesen wäre. Dem Eröffnungstag folgte ein neuer Thriller: Jacksons Assistent, Security-Chef und Bodyguard dokumentierten die letzten Stunden in Jacksons Leben.

    Das Drama setzte sich es am zweiten Prozesstag fort: Jacksons persönlicher Assistent Michael Amir Williams sagte aus, wie ihn Murray um 12:13 Uhr – 15 Minuten nach Entdeckung des Herzstillstandes –panisch anrief. Jackson habe „eine schlechte Reaktion“ gehabt, er solle kommen. Brisant: Später hätte Murray ihn ersucht, die „Creme“ aus dem Haus zu entfernen. Michael würde nicht wollen, dass „die Welt darüber erfährt“. „Creme“ war offenbar das Codewort für „Propofol“.