Pereira: Kein Rücktritt in Sicht – dafür ganz große Pläne für die Mozart-Stadt.
Von seinem angedrohten Rücktritt für den Fall, dass eine Budgeterhöhung für das Wagner- und Verdi-Jahr 2013 nicht abgesegnet werde, ist Pereira abgekommen; man habe sich im Kuratorium angenähert. Mit der Rückkehr Harnoncourts, der Erstaufführung von Puccinis Bohème und den geistlichen Konzerten geht der Intendant neue, vielversprechende Wege.
Festspiele starten schon eine Woche früher
Eine Woche früher als in den letzten Jahren eröffnet Pereira das Elitefestival an der Salzach mit einer Reihe geistlicher Musik, die an die Verankerung des Festivals in der erzbischöflichen Stadt erinnern soll. Die Ouverture spirituelle umfasst elf Konzerte, von Haydns Oratorium Die Schöpfung unter Sir John Eliot Gardiner (am Abend vor der Jedermann-Wiederaufname) über Schuberts Messe Es-Dur unter Claudio Abbado bis Mozarts Missa longa und die Sakramentslitanei unter Nikolaus Harnoncourt.
Harnoncourt kehrt endlich nach Salzburg zurück
Ein großer Coup ist Pereira mit der Rückkehr von Nikolaus Harnoncourt als Operndirigent zu den Festspielen gelungen. Der Erfinder und Großmeister des Originalklangs eröffnet den Salzburger Opernreigen mit Mozarts Jahrtausendwerk Die Zauberflöte auf Originalinstrumenten. „Die Zauberflöte ist so komponiert, dass jedes Kind sie versteht“, sagt er. „Das ist die Einfachheit der allerhöchsten Kunst.“
Festspiele bringen endlich Puccinis „La Bohème“
Von Puccini sind in der Geschichte der Salzburger Festspiele seit 1920 erstaunlicherweise erst zwei Werke gespielt worden, Tosca und Turandot. Pereira bringt nun erstmals La Bohème, die herzzerreißende Liebesgeschichte der schwindsüchtigen Näherin Mimì und des armen Dichters Rodolfo, mit der russischen Diva Anna Netrebko und dem polnischen Startenor Piotr Beczala zur Aufführung.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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