Festspiele

Zwei Superstars in "Don Carlo"

Zwei Superstars in "Don Carlo"
© APA
Festspiel-Highlight mit Jonas Kaufmann und Thomas Hampson: „Don Carlo“.
OE24 auf Google bevorzugen

Götterdämmerung-Dimensionen hat der fünfstündige Don Carlo in der Regie Peter Steins, des großen Schlachtenlenkers des deutschen Theaters. Verdis geniale Vertonung von Schillers Politthriller und Familiendrama in der fünfaktigen italienischen Fassung besticht in Steins ästhetizistischer, klassizistischer Inszenierung durch perfekte Personenführung und geometrisch choreografierte Soloszenen und Tableaus.

Bei Hampson bleibt 
kein Auge trocken
Unter der soliden Leitung Antonio Pappanos begeistert der bayerische Heldentenor Jonas Kaufmann mit der pochenden Erregung und Legato-Kultur seines Gesangs als stürmischer, spanischer Infant, der am Verlust seiner Braut Elisabeth zugrunde geht. Sein baritonal gefärbter, ein wenig verschleierter Tenor verfügt über enorme Kraftreserven, eine hinreißende Intensität und ein zartes, fast gehauchtes Piano.
Wunderbar. US-Beau Thomas Hampson, noch immer ein wunderbar lyrischer Bariton mit hellem, in kostbaren Farben schillerndem Timbre überzeugt als edler Marquis Posa. Als er im vierten Akt von der Inquisition erschossen wird, bleibt kein Auge trocken.

Tolle Schauspielerin und Sängerin
Ergreifend. Die deutsch-griechische Sopranistin Anja Harteros schließlich ist eine hochdramatische, ergreifende, herrliche Elisabeth. Harteros ist nicht nur bildschön – groß, schlank, mit langen schwarzen Haaren und ausdrucksvollen, dunklen Augen – sie ist auch eine tolle Schauspielerin und Sängerin mit schöner Höhe und fast verschwebend leisen Tönen. –Großer Jubel bereits vor der Pause.

Die Kultur-Highlights des Jahres 2012


1 / 223

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi

Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."

© Stephan Wyckoff

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus Erl

Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.

© tirolerfestspiele.at

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg

Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.

© APA/HERBERT P. OCZERET

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden