Ältester Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit in 38 Punkten angeklagt - Kurz vor Prozessbeginn erneut aufgegriffen.
Unter Tränen hat der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby , seine Aussage im Vergewaltigungsprozess gegen ihn in Oslo begonnen. "Es fällt mir schwer, vor so vielen Menschen zu sprechen", sagte der 29-Jährige.
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (50) mit ihrem ältesten Sohn Marius Borg Hoiby (27)
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Werde verfolgt
"Ich werde von der Presse verfolgt, seit ich drei Jahre alt bin." Sex und Rausch seien zuletzt großer Teil dieses Lebens gewesen. "Ich habe ein Leben gelebt, in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können", sagte Høiby. "Mit vielen Partys, Alkohol, Drogen." Vor Gericht trug der Norweger am zweiten Prozesstag einen dunkelgrauen Pullover und eine Brille. Er ist in 38 Punkten angeklagt - darunter sind vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht.
Handlungen während Frau schlief
Høiby soll bei einer Frau während einer Party in der Residenz von Norwegens Kronprinzenpaar - Schloss Skaugum - geschlechtliche Handlungen vollzogen haben, während sie schlief. Der 29-Jährige ist deshalb nach norwegischem Recht wegen Vergewaltigung angeklagt - in diesem und drei weiteren Fällen.
Taten sollen gefilmt worden sein
Außerdem soll er die Frau dabei gefilmt haben. Sie hatte laut NTB bereits am Dienstag ausgesagt, Høiby und sie hätten zunächst auf einer Toilette sehr kurz Sex gehabt, dies dann aber abgebrochen. Die Polizei nahm später Kontakt zu der Frau auf, nachdem sie auf dem Handy des Angeklagten Aufnahmen und Bilder entdeckte, die nach Angaben der Ermittler zeigen, wie er sie im Schlaf vergewaltigt. Die Frau selbst hat keine Erinnerungen daran.
Als "Verrat und Schock" empfand es das mutmaßliche Opfer von Høiby laut der Zeitung "Verdens Gang", dass der Angeklagte sie missbraucht und dabei gefilmt haben soll. "Ich habe es erst gar nicht geglaubt", sagte sie im Prozess demzufolge aus. "Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte." Sie sagte, sie habe so ein Blackout noch nie erlebt. "Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe", zitierte die Zeitung die Frau.
In 38 Punkten angeklagt
Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist in 38 Punkten angeklagt, darunter wegen vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht - eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er die Frauen gefilmt haben. Die Verteidigung argumentierte dagegen, Høiby habe alle ihm vorgeworfenen Handlungen "als völlig normale und einvernehmliche sexuelle Beziehungen wahrgenommen".
Sohn von Mette-Marit bestreitet Vergewaltigungs-Vorwürfe
Der Norweger hatte die schwersten Vorwürfe zum Auftakt des Prozesses bestritten. Einige andere Taten - darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte - hatte er teilweise eingeräumt.
Kurz vor dem Prozess hatte die Polizei Høiby am Sonntag erneut aufgegriffen: Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Der Sohn von Mette-Marit muss deshalb für vier Wochen in Untersuchungshaft. "Das ist für den Fall natürlich in keiner Weise glücklich", sagte Verteidigerin Andenæs.
Laut norwegischen Medien wurde der 29-Jährige nach dem Vorfall am Wochenende im Krankenhaus behandelt. Dort soll ihn demnach auch die Familie des Kronprinzen besucht haben. Haakon (52) und Mette-Marit (52) wollen dem Prozess aber fernbleiben und ihn auch nicht kommentieren.
Mette-Marit verschob Reise
Unter dem Eindruck mehrerer Eklats verschob Mette-Marit nun auch eine geplante private Reise ins Ausland. Das bestätigte eine Sprecherin des Königshauses der Deutschen Presse-Agentur - begründete die Entscheidung auf Anfrage aber nicht.
Gleich mehrere Skandale belasten derzeit die Familie von Norwegens Kronprinz Haakon: Nicht nur der Gerichtsprozess gegen seinen Ziehsohn hat begonnen, der Name der Kronprinzessin taucht auch Hunderte Male in den Akten zu Jeffrey Epstein auf. Sie soll über Jahre privaten Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben. Eigentlich hatte Mette-Marit vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen.