Fischer-Folge gestrichen

"Tatort": Was Sie heute nicht sehen

Helene Fischer (31) als russische Mafia-Braut und Ex-Prostituierte, die nach dem Mord an ihrem Mann auf Rache sinnt: Millionen Fans hatten sich seit Monaten auf den Tatort der Schlagerqueen gefreut. Heute um 20.15 Uhr sollte der Til-Schweiger-Krimi Der große Schmerz auf ORF 2 und ARD Premiere feiern, Teil zwei eine Woche später. Doch daraus wird nichts. Die ARD ortete zu viele Parallelen zu den Terroranschlägen in Paris und kippte die Krimis aus dem Programm. Der ORF zog nach.

Scharfe Kritik
Eine Entscheidung, die vor allem bei Tatort-Kommissar Schweiger (51) auf wenig Gegenliebe stößt. Denn im Gegensatz zur diplomatischen Fischer, die sich öffentlich ­jeden Kommentar verkniff, kritisierte er öffentlich seine Haussender. „Ich bin völlig entsetzt darüber, was in Paris passiert ist“, so Schweiger in der Bild-Zeitung (s. rechts). „Aber wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollen. Dann könnten wir bald nur noch ein Testbild senden. Ich persönlich halte diese Entscheidung für falsch.“

Inzwischen sind die neuen Termine für Der große Schmerz und den zweite Fall Fegefeuer bekannt. Sie werden am 1. und 3. Jänner 2016 laufen.

Terror-Parallelen
Doch was konkret erzürnt die ARD-Verantwortlichen so an den Fischer-Krimis? In der Doppelfolge setzt Nick Tschiller (Schweiger) seinen Kampf gegen den Astan-Clan fort. Dieser hat seine Tochter Lenny und seine Ex-Frau Isabella entführt. Gleich zu Beginn von Der große Schmerz gibt es eine Schießerei in einem Bordell. Schweiger wird ­bedroht. Fischer greift zur Waffe und legt einen Mann um. In Fegefeuer folgen dann noch mehr Schießereien, eine Geiselnahme, Folterszenen. Bilder, die man zuletzt nur zu oft auch in den realen TV-News gesehen hat.

Schweiger: Verschiebung ist falsche Entscheidung

Ich persönlich bin völlig entsetzt darüber, was in Paris ­passiert ist. Es ist so furchtbar. Aber wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, was wir im Fernsehen zeigen sollen. Dann können wir ja bald nur noch ein Testbild senden. Ich persönlich halte die Entscheidung für falsch. Ich habe versucht, die Verschiebung zu verhindern, habe diskutiert, habe gehofft, dass wenigstens die Premiere stattfinden kann. Die Nationalmannschaft wird ja auch dafür gefeiert, dass sie weiter ihre Spiele spielt. Wenn man stattdessen am Sonntag eine Sondersendung zu den Terroranschlägen zeigen ­würde, wäre das für mich ­verständliche.

Astrid Hofer

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